Wirtschaft
Mifa ist mit rund 770 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Südharz.
Mifa ist mit rund 770 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Südharz.(Foto: picture alliance / dpa)

Unterstützung der Gläubiger: Mifa bekommt Verschnaufpause

Durchatmen bei Mifa: Die Gläubiger des Fahrradherstellers aus dem Südharz verzichten vorläufig auf die Auszahlung fälliger Zinsen. Damit kann das angeschlagene Unternehmen seinen Sanierungskurs erstmal fortsetzen. Und die Rettung aus Indien naht.

Der angeschlagene Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt kann seinen Sanierungskurs fortsetzen. Die Gläubiger bestellten mehrheitlich eine von Mifa vorgeschlagene Beratungsgesellschaft zu ihrem gemeinsamen Vertreter, wie das Unternehmen mitteilte.

Zudem wurden die Berater ermächtigt, einer Verschiebung von Zinszahlungen zuzustimmen. Die Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa) hatten sich 25 Millionen Euro geliehen und 7,5 Prozent Zinsen versprochen - hätte im August also 1,875 Millionen Euro an Zinsen überweisen müssen.

Dann wurden allerdings finanzielle Schwierigkeiten bekannt - unter anderem, weil für mehrere Jahre Fehler in der Buchhaltung ans Licht kamen.

Prominentester Anteilseigner der Mifa ist der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, der 2011 eingestiegen war und mehr als 20 Prozent hält. Zum Sanierungsplan gehört der Einstieg des indischen Fahrradherstellers Hero Cycles. Der nach Stückzahlen weltgrößte Fahrradhersteller ist zu einem Einstieg bei Mifa bereit, hat dies aber mit einem teilweisen Forderungsverzicht der Anleihebesitzer verknüpft.

Einer der größten Arbeitgeber im Südharz

Erst dann, so die Aussagen von Ende Mai, wolle Hero bis zu 15 Millionen Euro investieren. Diese Bedingung hatte den Kurs der Anleihe Mitte Mai von etwa 60 Prozent bis in Richtung 20 Prozent runterrauschen lassen.

Durch die Hero-Ankündigung wie auch die Berufung des ehemaligen EnBW-Managers Utz Claasen Anfang Juni in den Mifa-Aufsichtsrat hatte die Aktie zumindest kurzzeitig ihr Tief von Mitte Mai überwunden, was symbolisch für die wiedererwachten Zukunftshoffnungen in der strukturschwachen Region war.

Mifa ist mit rund 770 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Südharz. 2013 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 108 Millionen Euro. Der Verlust lag bei 15 Millionen Euro. Mifa-Vorstand Stefan Weniger, der mit Hans-Peter Barth das neue Führungsduo stellt, nannte die Zustimmung der Gläubiger ein wichtiges Signal für die Zukunft. Man werde nun mit dem gemeinsamen Vertreter der Gläubiger über die Restrukturierung der Anleihe sprechen.

Quelle: n-tv.de

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