Wirtschaft

Bluten für PraktikerMitarbeiter üben Verzicht

02.07.2012, 12:49 Uhr
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Firmensitz in Kirkel. (Foto: dapd)

Die Baumarktkette Praktiker kämpft ums Überleben. Auch die Mitarbeiter müssen ran: kein Weihnachtsgeld, keine Prämien und Kürzungen bei vermögenswirksamen Leistungen. Nun bittet das SDax-Unternehmen um eine Kapitalerhöhung.

Die Mitarbeiter der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker beteiligen sich durch den Verzicht etwa auf Weihnachtsgeld an der Sanierung des Unternehmens. Arbeitnehmer- und Arbeitgeber hätten sich auf die Grundlagen zum Abschluss eines Sanierungstarifvertrags geeinigt, wie das SDax-Unternehmen in Kirkel mitteilte.

Die Personalkosten in Deutschland sollen demnach von 2012 bis einschließlich 2014 jährlich um 17,3 Millionen Euro verringert werden. Am kommenden Mittwoch kommen die Aktionäre in Hamburg zusammen, um über weitere Sanierungsmaßnahmen abzustimmen.

Dabei will sich die Unternehmensführung eine Kapitalerhöhung genehmigen lassen. Die Kapitalerhöhung gilt als Voraussetzung für die Gewährung eines dringend benötigten Kredits über 85 Millionen Euro. Praktiker-Chef Kay Hafner hatte das Finanzierungskonzept in einem Interview als "alternativlos" bezeichnet.

Die Einsparungen durch die Belegschaft sollen im Wesentlichen durch den Verzicht auf Weihnachtsgeld und Prämien sowie Kürzungen bei vermögenswirksamen Leistungen und der tariflichen Altersvorsorge erfolgen. Solange der Sanierungstarifvertrag läuft, gelte eine "umfassende Beschäftigungsgarantie". Ausgenommen seien aber Arbeitsplätze, die wegen geplanter Marktschließungen oder aufgrund wirtschaftlicher Notfallsituationen im Zuge der Sanierung der Filialkette wegfallen.

Bei Praktiker gab es Ende März 2012 laut Quartalsbericht 7708 Vollzeitstellen, 3,1 Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt.

Quelle: ntv.de, dpa