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"Wir sehen eine Belebung": Morgan Stanley verdoppelt den Gewinn

In der US-Bankenbranche brummt das Geschäft: Als letzte der großen Wall-Street-Häuser legt Morgan Stanley Ergebnisse zum Halbjahr vor - und übertrifft sämtliche Erwartungen. Experten werten das als Signal für die Deutsche Bank.

Die US-Großbank Morgan Stanley hat zum Abschluss der Bilanzsaison der großen US-Banken für eine positive Überraschung gesorgt. Obwohl gerade der wichtige Anleihenhandel weiter lahmt, konnte die Investmentbank ihren Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppeln und stellte die Konkurrenz damit in den Schatten.

Der Überschuss kletterte auf rund 1,9 Milliarden Dollar, wie das Institut mitteilte. Vor allem das Beratungsgeschäft rund um Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie die Vermögensverwaltung spülten Geld in die Kasse. Analysten hatten mit einem weitaus schwächeren Ergebnis gerechnet. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Morgan-Stanley-Aktie legte an der Wall Street im frühen Donnerstagshandel um mehr als 1 Prozent zu.

Die Strategie der Großbank scheint aufzugehen: Seit Jahren baut Morgan Stanley die Vermögensverwaltung als zweites Standbein zum schwankungsanfälligen Investmentbanking aus. Das zahlt sich zunehmend aus. In der M&A-Beratung wiederum zeigt sich, dass viele Unternehmen wieder mutiger sind, weil die Märkte gut laufen und die Zinsen niedrig bleiben. Hier konnte Morgan Stanley zuletzt sehr viele Mandate gewinnen.

Problemzone Bonds

"Wir sehen eine Belebung in allen Geschäftsbereichen", erklärte Vorstandschef James Gorman. Das gilt allerdings nicht für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, in dem Morgan Stanley zuletzt ebenso einbüßte wie Goldman Sachs, JPMorgan und die Citigroup. In diesem Bereich läuft es seit längerem nicht mehr so gut wie früher.

Branchenbeobachtern zufolge warten Investoren rund um den Erdball zunächst noch auf eindeutige Hinweise zur künftigen Zinspolitik der großen Notenbanken, um sich zu positionieren. Bis dahin halten sie sich mit Anleihekäufen zurück.

Mit Spannung blicken die Anleger nun auf die Zahlen der europäischen Geldhäuser. Die Deutsche Bank, die mehr denn je auf das Investmentbanking und insbesondere den Anleihenhandel setzt, legte ihre Quartalsbilanz am 29. Juli vor.

Rosneft-Deal nicht in Gefahr

Morgan Stanley versuchte auch Sorgen zu zerstreuen, der geplante Verkauf der Ölhandelssparte an den russischen Staatskonzern Rosneft könnte durch die verschärften US-Sanktionen gegen Russland gefährdet sein. Die Bank gehe weiterhin davon aus, die Mehrheit an der Sparte noch in diesem Jahr zu verkaufen, sagte Finanzchefin Ruth Porat.

Die Bank bemüht sich seit fast zwei Jahren, das Geschäft mit physischen Rohstoffen loszuwerden. Grund hierfür sind wachsende Auflagen sowie höhere Kapitalanforderungen.

Quelle: n-tv.de

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