Wirtschaft
Aus der Türkei könne die Leitung in alle Richtungen führen, sagte Tschischow.
Aus der Türkei könne die Leitung in alle Richtungen führen, sagte Tschischow.(Foto: REUTERS)

Nach South-Stream-Absage: Moskau will alternative Pipeline verhandeln

Mit einem Alternativvorschlag zur umstrittenen South-Stream-Pipeline geht Russland weiter auf Konfrontationskurs zur EU. Der Kreml könnte sich demnach vorstellen, auch eine andere Leitung zu verwirklichen. Der Ton des russischen Botschafters: Alles ist möglich.

Russland ist gewillt, über Alternativen zur South-Stream-Pipeline zu verhandeln. Moskau sei "bereit zu Verhandlungen" über eine andere Erdgaspipeline mit einigen Ländern, die am vorerst gestoppten South-Stream-Projekt beteiligt seien, sagte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Während sich Bulgarien als "nicht vertrauenswürdiger Partner" erwiesen habe, kämen andere EU-Mitgliedstaaten wie Österreich und Ungarn, aber auch Serbien infrage.

Russland hatte am Montag erklärt, das geplante Milliardenprojekt South Stream derzeit nicht verwirklichen zu können, weil die EU "ein Hindernis geschaffen" habe und Bulgarien die Bauarbeiten am Meeresgrund behindere. Am gleichen Tag vereinbarten Russland und die Türkei den Bau einer anderen Pipeline zwischen beiden Ländern durch das Schwarze Meer.

"Vom türkischen Gasknotenpunkt aus könnte die Gaspipeline in alle Richtungen führen", sagte Tschischow nun. Am Ende werde dieses Großprojekt "nicht schlechter sein als South Stream" und auch solchen Drittstaaten offenstehen, "die bislang Interesse am South-Stream-Gas bekundet haben".

Die umstrittene South-Stream-Pipeline sollte Gas an der Ukraine vorbei von Russland nach Europa bringen. Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise wurde das Großprojekt zum umkämpften Faustpfand zwischen Russland und der EU.

Nach erheblichem Druck aus Brüssel und Washington hatte das Transitland Bulgarien im Juni die Vorarbeiten ausgesetzt. Offiziell bemängelte die EU, dass bei der Vergabe von Aufträgen europäisches Recht verletzt werde.

Quelle: n-tv.de

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