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Kritik an Homo-Ehe: Mozilla-Chef tritt zurück

Der Firefox-Entwickler Mozilla braucht einen neuen Chef. Nach nur wenigen Tagen an der Spitze gibt Brendan Eich auf. Grund ist seine Spende, um gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien zu verhindern.

Brendan Eich war nicht lange bei Mozilla.
Brendan Eich war nicht lange bei Mozilla.(Foto: dpa)

Der wegen seiner Kritik an der Homo-Ehe umstrittene Chef des Firefox-Entwicklers Mozilla, Brendan Eich, ist zurückgetreten. Er hatte 2008 einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien finanziell unterstützt. Eich habe die Rücktritts-Entscheidung im Interesse des Unternehmens und der Nutzer-Gemeinde getroffen, schrieb Verwaltungsratschefin Mitchell Baker in dem offiziellen Firmenblog. Sie entschuldigte sich dafür, nicht schnell genug auf die Empörung über Eich reagiert zu haben. "Wir verstehen, warum die Leute verletzt und wütend sind", so Baker.

Eich hatte noch vor wenigen Tagen betont, im Amt bleiben zu wollen. Er war erst vergangene Woche zum Chef der Mozilla Corporation ernannt worden, die den populären Firefox-Browser und das Smartphone-System Firefox OS entwickelt. Eich arbeitete seit 1998 an dem Projekt mit und war zuletzt für alles Technische verantwortlich.

Doch die Ernennung zum Chef traf auf Widerstand. So kündigte der Software-Entwickler Rarebit aus Protest an, Mozilla zu boykottieren. Die Dating-Website OKCupid rief ihre Kunden auf, andere Web-Browser zu nutzen. Mehrere Mozilla-Mitarbeiter forderten ihren Chef öffentlich zum Rücktritt auf. Eich hatte in einem Blog-Eintrag nach seiner Berufung zwar die Gleichbehandlung aller versprochen, das ließ die Kritik aber nicht verstummen. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch unklar.

In Kalifornien wurde 2008 die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Doch Gegner setzten in einem Volksbegehren durch, dass in der Verfassung des Bundesstaats die Ehe als ein Bund zwischen Mann und Frau festgelegt wurde. Gegen diese Einschränkung zogen homosexuelle Paare vor Gericht. Im Juni vergangenen Jahres setzten sie sich vor dem Obersten Gerichtshof der USA durch, seitdem ist das Ehe-Verbot für Gleichgeschlechtliche in Kalifornien aufgehoben.

Quelle: n-tv.de

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