Wirtschaft
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Aktienrückkauf geplant: Munich Re erwartet Gewinnrückgang

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich wegen der Niedrigzinsen und des Preiskampfs in der Branche 2016 auf den dritten Gewinnrückgang in Folge ein. Der Überschuss dürfte unter die 3-Milliarden-Euro-Marke gehen.

Die Munich Re hat erstmals einen Ausblick für das laufende Jahr gegeben. Sie erwartet nach Steuern einen Gewinnrückgang auf 2,3 bis 2,8 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte. Gleichzeitig kündigte der Dax-Konzern ein Aktienrückkaufprogramm an.

Die Prognose fällt am unteren Ende der Spanne niedriger als bislang am Markt erwartet aus. Finanzvorstand Jörg Schneider hatte bei der Zahlenvorlage Anfang Februar gesagt, dass die derzeitige Analystenprognose für den Nettogewinn von 2,75 Milliarden Euro "nicht völlig unplausibel" sei. Unter 2,5 Milliarden Euro werde man nicht rutschen, sagte der Manager.

Die Munich Re geht für 2016 von gebuchten Bruttoprämien in Höhe von 47 bis 49 Milliarden Euro aus nach 50,4 Milliarden im Vorjahr. Die Kapitalanlagerendite soll rund 3 Prozent erreichen. 2015 betrug sie 3,2 Prozent.

Markterwartungen erfüllt

Nach der Hauptversammlung 2016 Ende April bis zum Aktionärstreffen im nächsten Jahr will das Unternehmen bis zu 11 Millionen eigene Aktien im Wert von 1 Milliarde Euro zurückkaufen. Auf Basis der derzeitigen Kursniveaus wären das 3,2 Prozent des Grundkapitals.

Munich Re will für das abgelaufene Jahr 8,25 Euro je Aktie ausschütten nach 7,75 Euro im Vorjahr, wie er Anfang Februar angekündigt hatte. Das ist mehr als erwartet worden war. Im vergangenen Jahr war der Nettogewinn von 3,15 auf 3,1 Milliarden Euro gesunken.

Der Rückversicherer, der selbst mindestens 3 Milliarden in Aussicht gestellt hatte, erfüllte damit die Markterwartung. Einer starken Rückversicherung, die weniger Großschäden als im Vorjahr ausgesetzt war, standen negative Währungseinflüsse, Wertminderungen der Finanzinstrumente und Abschreibungen beim Erstversicherer Ergo gegenüber.

Scharfe Kritik an Bundesregierung

Derweil warf Munich-Re-Vorstandschef Nikolaus von Bomhard der Bundesregierung vor, einem Vermögensverlust der Sparer in Deutschland durch die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) tatenlos zuzusehen. Es sei in höchstem Maße befremdlich, dass sich die Bundesregierung angesichts der verhängnisvollen Zinspolitik der EZB nicht einschalte, sagte er München. Die "Erosion des Rechts" sei mit Händen zu greifen. "Was wir sehen, besorgt uns in höchstem Maße." Die Umverteilung, die durch die Zinspolitik ausgelöst werde, treffe vor allem die Ärmeren. "Das kann man nicht einfach laufen lassen."

Von Bomhard zählt zu den schärfsten Kritikern der Zinspolitik der EZB und hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach zu Wort gemeldet. Am Dienstag war bekannt geworden, dass er seinen Posten an der Spitze des Dax-Konzerns im kommenden Jahr niederlegt. Er stellte klar, dass sein Abtritt mit seiner persönlichen Lebensplanung zusammenhängt. "Ich gehe nicht deshalb, weil es immer schwieriger wird - aber das Umfeld ist heftig."

Quelle: n-tv.de

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