Wirtschaft
Hat Appetit: Rupert Murdoch.
Hat Appetit: Rupert Murdoch.(Foto: dpa)

80 Milliarden Dollar für TV-Sender: Murdoch will Time Warner schlucken

Medienmogul Rupert Murdoch möchte sein Imperium vergrößern und dazu Time Warner übernehmen. Doch der Rivale hält das für keine gute Idee und lehnt die Offerte dankend ab. Dass Murdoch deswegen aufgibt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

Der Medienzar Rupert Murdoch will Time Warner kaufen, den Eigentümer des Fernsehsenders "CNN" und der "Warner Bros"-Filmstudios. Das berichten verschiedene US-Medien. Time Warner habe vergangene Woche rund 80 Milliarden Dollar geboten, hieß es. Der Rivale habe die Offerte aber ausgeschlagen und weigere sich, mit Murdochs 21st Century Fox zu verhandeln.

Der "New York Times" zufolge ist Murdoch dennoch unbeirrt und sein Rückzug von dem Vorhaben sei unwahrscheinlich. Der Medien-Mogul bietet für jede Time-Warner-Aktie 85 Dollar in bar und Aktien seiner Holding 21st Century Fox. Die Aktien von 21st Century Fox stiegen am Mittwoch vorbörslich um 20 Prozent auf in etwa die gebotene Summe.

Zu Time Warner gehören Fernsehsender wie TNT, TBS, CNN und der Bezahl-Kanal HBO sowie der "Time"-Verlag mit Magazintiteln wie "People", "Sports Illustrated" und "Time". Die Warner Bros-Studios produzierten zuletzt Kassenschlager wie "The Lego Movie" und die erfolgreiche TV-Fantasy-Serie "Game of Thrones". Im ersten Quartal lag der Umsatz des Konzerns bei rund 7,5 Milliarden Dollar.

Käme der Deal zustande, würden die Time-Warner-Sender mit Murdochs Kanälen FX, Fox News und dem Sendernetz zusammengelegt. Beide Konzerne würden zudem mit Twentieth Century Fox und Warner Bros. die dominierenden Filmstudios unter einem Dach vereinen.

Fox habe vorgeschlagen, im Falle eines Zusammenschlusses die Time-Warner-Tochter CNN zu verkaufen, hieß es. Denn Fox betreibt mit Fox News bereits einen eigenen rivalisierenden Nachrichtensender. Bei einem Deal könnte dieser Umstand zu Problemen mit den Regulierungsbehörden führen, so die Befürchtung. Ansonsten schlug Fox vor, den gesamten Konzern zu übernehmen, obwohl die Filmstudios der beiden Unternehmen weiterhin getrennt agieren sollten.

Wie die "New York Times" berichtet, hat sich der Verwaltungsrat von Time Warner zwar ausführlich mit dem Übernahme-Angebot beschäftigt. Am Ende habe man Murdoch aber mitgeteilt, unabhängig bleiben zu wollen. Murdochs Holding 21st Century Fox habe unter anderem damit argumentiert, dass durch eine Fusion der Unternehmen die Kosten um etwa eine Milliarde Dollar gesenkt werden könnten, vor allem durch den Abbau von Arbeitsplätzen.

Murdoch gilt als einer der schillerndsten Unternehmer in der Medienbranche. Hierzulande gehört ihm über 21st Century Fox die Mehrheit am Bezahlsender Sky Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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