Wirtschaft
Jeroen Dijsselbloem.
Jeroen Dijsselbloem.(Foto: picture alliance / dpa)

Dijsselbloem folgt Juncker: Niederländer führt Eurogruppe

Die Suche nach einem Nachfolger für EU-Veteran Juncker an der Spitze der Eurogruppe ist offenbar beendet. Der niederländische Finanzminister setzt sich wohl durch – Frankreich hat damit das Nachsehen.

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem wird neuer Chef der Eurogruppe. Eine entsprechende informelle Absprache hätten die Staats- und Regierungschefs des Euroraums am Rande des EU-Gipfels vergangene Woche in Brüssel getroffen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Eine formelle Entscheidung zur Nachfolge von Jean-Claude Juncker wollten die 17 Euro-Finanzminister im Januar fällen.

Die Bundesregierung hielt sich bedeckt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, das Thema werde zum gegebenen Zeitpunkt unter den Finanzministern entschieden Jean-Claude Juncker, der gegenwärtige Amtsinhaber, will den Posten im nächsten Jahr abgeben. Juncker, der auch Premierminister von Luxemburg ist, hat die Eurogruppe seit 2005 geleitet.

Niederlande mit Bestnote

Der 46-jährige Dijsselbloem ist Sozialdemokrat und hat das niederländische Finanzministerium erst Anfang November übernommen. Seine Nominierung als Nachfolger Junckers hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. "Ich habe gehört, dass sein Name erwähnt wird", sagte der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen vergangenen Donnerstag. "Das ist ein guter Mann, ich habe nichts gegen ihn einzuwenden." Dijsselbloem stehe für ähnliche Ideen, wie sie auch von den skandinavischen Ländern vertreten würden.

Katainen fügte hinzu, dass die Frage der Juncker-Nachfolge vor allem zwischen Berlin und Paris geklärt werden müsse. Beide Länder müssten mit der Personalie einverstanden sein. Nach Einschätzung eines europäischen Diplomaten ist die Bundesregierung dagegen, dass ein Vertreter eines großen EU-Landes an der Spitze der Eurogruppe steht. Daher sei Berlin nicht davon überzeugt, dass der französische Finanzminister Pierre Moscovici das Amt übernehme. Moscovici hatte bereits sein Interesse an dem Posten signalisiert.

Dijsselbloem hatte laut Diplomaten gute Karten, weil er aus einem Land mit der Einsernote AAA bei den Ratingagenturen kommt. Außer den Niederlanden sind in der Eurozone nur noch Deutschland, Luxemburg und Finnland im Bestenclub.

Quelle: n-tv.de

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