Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Kaum Zuflüsse von Regierung: Norwegens Staatsfonds wächst nur mäßig

Schwankende Aktienmärkte und niedrige Zinsen setzen auch dem weltgrößtes Staatsfonds zu. Dennoch können die Anlageexperten für 2015 unter dem Strich ein Plus verbuchen. Allerdings liegt das deutlich unter dem Schnitt.

Der norwegische Staatsfonds hat sein Vermögen im vergangenen Jahr lediglich moderat vermehrt. Das Plus beläuft sich auf 2,7 Prozent, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Im Schnitt waren seit 1998 jährlich 5,6 Prozent erwirtschaftet worden, dabei gab es sogar mehrere Jahre mit zweistelligen Zuwachsraten. Schwankende Aktienmärkte, schwaches Wachstum in den Schwellenländern, niedrige Zinsen und der Ölpreisverfall hätten das Ergebnis maßgeblich belastet, sagte Fonds-Chef Yngve Slyngstad. Zum Ausgleich hatte der Pensions-Fonds im vergangenen Jahr sein Engagement in Immobilien ausgeweitet. Insgesamt sprach er jedoch von einem befriedigenden Jahr.

Der Ölpreisverfall wirkte sich für den Fonds zudem doppelt aus: Nicht nur, dass die Branchenwerte deutlich verloren. Wegen der geringeren Einnahmen aus der norwegischen Förderung flossen dem Fonds im vergangenen Jahr auch nur 42 Milliarden Kronen zu. Weniger hatte es zuletzt 1999 gegeben. Im Schnitt der vergangenen 17 Jahre waren es jährlich 187 Milliarden Kronen.

Zum Jahresende hatte der Fonds ein Volumen von knapp 7,5 Billionen Kronen - damals umgerechnet 778 Milliarden Euro. Davon entfielen gut 61 Prozent auf Aktien, gut 36 Prozent auf festverzinsliche Papiere und 3,1 Prozent auf Immobilienwerte. Nach den USA, Großbritannien und Japan ist Deutschland für die Anlagestrategen der viertwichtigste Markt. Mehr als sieben Prozent des investierten Vermögens entfallen auf die größte Volkswirtschaft Europas.

Finanzwerte vor Kosumgütern

Das Aktiendepot besteht den weiteren Angaben zufolge zu 23 Prozent aus Finanzwerten. Mit gut 15 und knapp 14 Prozent folgen Konsumgüter-Titel und Industriewerte. Öl- und Rohstoff-Werte machen lediglich etwas mehr als 5 Prozent des investierten Aktienvermögens aus.

Das größte Einzelwertinvestment entfällt auf den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé. Es folgen Apple, Roche und Novartis. Auf dem 14. Rang folgt mit Daimler das erste deutsche Unternehmen.

Bei den Anleihen konzentriert sich der Fonds in weiten Teilen auf Papiere der US-Regierung. Hier ist der Fonds mit 532 Milliarden Kronen investiert. Es folgen Staatspapiere aus Japan und aus Deutschland. Deutsche Bonds liegen im Wert von 163 Milliarden Kronen im Depot.

Einmal mehr hat der Fonds zudem seine Beteiligungen an Risiko-Werten sowie im Bereich der politisch unerwünschten Investments heruntergefahren. So ist das Thema Ölsande abgehakt. Palmöl-Produzenten aus Malaysia und Indonesien spielen praktisch kaum noch ein Rolle, ebenso wie Kohle-Minen in Indien. Das gilt auch für Gold-Minen-Beteiligungen, die inzwischen komplett abgestoßen wurden.

Das Fondsvermögen wird von 518 Mitarbeitern verwaltet. Der Pensionsfonds war 1990 gegründet worden, um die Öleinnahmen des Landes zu verwalten. Er soll dem Land langfristig den Wohlstand sichern.

Quelle: n-tv.de

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