Wirtschaft
Bleibt weiter locker: Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda.
Bleibt weiter locker: Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda.(Foto: REUTERS)

Japan erfüllt Erwartungen: Notenbank drosselt Geldpressen nicht

Erwartungsgemäß belässt es die japanische Notenbank bei den niedrigen Zinssätzen. Die Entwicklung der Wirtschaft bestätigt die Zentralbanker. Zudem schickt sich der Staat an, endlich seine Finanzen auf die Reihe zu bekommen.

Die japanische Notenbank flutet die Märkte weiter mit Geld. Die Währungshüter der Bank of Japan (BoJ) entschieden, das Staatsanleihenkaufprogramm in vollem Umfang fortzusetzen. Den Leitzins beließen sie nahe Null. Die Zentralbank hat im April zugesagt, ihre Geldbasis in den kommenden zwei Jahren zu verdoppeln und damit einen Verbraucherpreisanstieg von zwei Prozent herbeizuführen. Seitdem kauft sie monatlich Staatsanleihen zwischen sechs Billionen und sieben Billionen Yen.

Der Beschluss der Notenbanker war in der Finanzwelt weithin erwartet worden. Seit ihrer geldpolitischen Wende vor sechs Monaten steigen die Verbraucherpreise, und das Geschäftsklima ist so gut wie seit knapp fünf Jahren nicht mehr. Das gibt der Zentralbank die nötige Ruhe, die Auswirkungen der ultra-lockeren Geldpolitik zu beobachten und macht hektische Schritte überflüssig.

Rasches Ende des US-Etatstreits gefordert

Außerdem hat Ministerpräsident Shinzo Abe mit der beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung ab April 2014 eine Kernforderung von Notenbank-Gouverneur Haruhiko Kuroda erfüllt. Kuroda betrachtet diese Entscheidung als wichtigen Schritt, um die Staatsfinanzen solider zu machen. Japan muss seine Einnahmen dringend steigern, da mittlerweile die Hälfte der Ausgaben über neue Schulden finanziert wird.

Die Notenbanker behielten bei ihrem Oktober-Treffen ihre Konjunkturbewertung bei, wonach sich die japanische Wirtschaft "moderat erholt". Verbessert habe sich die Investitionsneigung der Firmen, weil sie mittlerweile wieder mehr Gewinne machten. Sorge bereitet den Geldpolitikern der Blick nach Übersee. Die zarte Erholung wird aus ihrer Sicht durch den US-Haushaltsstreit, die Krise in Europa und das abgeflaute Wachstum in den Schwellenländern gefährdet.

Mit Blick auf den US-Haushaltsstreit dringt Notenbankgouverneur Kuroda auf ein rasches Ende. Ein lang anhaltender Stillstand in Washington könnte ernste Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und möglicherweise auch auf die Weltwirtschaft insgesamt haben, warnte er. Der Streit könne die Stimmung belasten und die Märkte destabilisieren. Sollte jedoch bald eine Einigung im Haushaltsstreit erreicht werden, dürfte sich die wirtschaftliche Erholung in den USA nach seiner Einschätzung beschleunigen.

Quelle: n-tv.de

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