Wirtschaft
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Kurs der türkischen Lira stürzt ab: Notenbank interveniert am Devisenmarkt

Der drastische Wertverlust der türkischen Lira ruft die Notenbank in Ankara auf den Plan. Das Geldinstitut verkauft in großem Stil US-Dollar. Daraufhin erholt sich der Kurs der Lira etwas. Die Währung bleibt dennoch unter Druck.

Die türkische Zentralbank hat zum ersten Mal seit zwei Jahren direkt am Devisenmarkt eingegriffen, um den freien Fall der türkischen Lira zu bremsen. Die Währungshüter in Ankara hätten mit dem Verkauf von US-Dollar gestartet, als die Lira ein neues Rekordtief von 2,2973 gegenüber dem Dollar und ein Allzeittief von 3,1342 gegenüber dem Euro erreichte, sagten drei Devisenhändler. Die Lira erholte sich ein wenig, konnte aber nicht den gesamten Tagesverlust wettmachen.

In einer E-Mail mit einem einzigen Satz teilte die Notenbank mit, dass sie wegen der "ungesunden Bewegungen" der Wechselkurse direkt am Devisenmarkt interveniere. "Das ist ziemlich kraftvoll", sagte Bartosz Pawlowski, Leiter der Marktstrategie bei BNP Paribas in London. "Bei ihrer letzten Intervention haben sie es nicht nur ein Mal gemacht. Aber diese Art von Eingriffe neigen dazu, den Leuten nur eine Gelegenheit zu geben, mehr Dollar zu kaufen."

In den letzten Wochen hat die Lira ihre längste Verluststrecke seit August 2001 hingelegt, was damals eine Wirtschaftskrise verursachte und einen Kollaps des Bankensystems auslöste. Aber derzeit ist die Türkei in einer viel stärkeren finanziellen Position.

Am Mittwoch hatte das Finanzministerium in Ankara bei einer großen Nachfrage für 2,5 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen verkauft.

Quelle: n-tv.de

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