Mehr Macht für die TochterOpel darf Russland-Geschäft führen

Der US-Autobauer General Motors überträgt seiner Tochter Opel die Verantwortung für das Russland-Geschäft. Dem Markt wird enormes Potenzial zugetraut. Bislang spielen die Rüsselsheimer dort eine eher untergeordnete Rolle.
Der US-Autobauer General Motors gibt seiner Tochter Opel die Hoheit über das Geschäft in Russland. Die Aktivitäten in den osteuropäischen Land würden Anfang 2014 in den europäischen Konzernteil von GM eingegliedert, teilte Opel mit. Damit können sich die Rüsselsheimer künftig den Absatz in Russland zurechnen, der bisher als Teil der internationalen Aktivitäten von GM von Asien aus gesteuert wird. Für Opel eröffnet sich damit zugleich eine Chance, durch Exporte die wegen der Krise auf dem Heimatmarkt unterbeschäftigten Werke besser auszulasten.
"Alle Prognosen weisen darauf hin, dass sich Russland in den kommenden Jahren zur größten Absatzregion Europas entwickeln wird", sagte GM-Europachef Chef Karl-Thomas Neumann, der auch Opel führt. Das Land ist für GM nach Deutschland und Großbritannien bereits der drittgrößte Absatzmarkt in Europa.
Marktanteil von drei Prozent
Im vergangenen Jahr verkaufte Opel in Russland 81.000 Fahrzeuge und lag damit auf Rang 13 weit hinter der ebenfalls zu dem US-Konzern gehörenden Tochter Chevrolet, die mit 205.000 Wagen auf Platz zwei hinter Marktführer Lada rangierte. Opel verkauft in normalen Jahren in Europa etwa eine Million Fahrzeuge.
GM produziert Opel-Fahrzeuge in einem Werk in St. Petersburg. In Russland hat Opel einen Marktanteil von rund drei Prozent. In Europa liegt der Marktanteil der Marke nach Angaben eines Unternehmenssprechers zwischen sechs und sieben Prozent.
Ob durch die Neuordnung auch die Chancen steigen, dass Opel früher als geplant die Gewinnzone erreicht, ist unklar. Denn GM veröffentlicht keine Ergebniszahlen für einzelne Länder. Der Detroiter Konzern will seine chronisch defizitäre Europatochter durch Einsparungen und eine Modelloffensive bis 2016 in die schwarzen Zahlen führen.