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In zehn Monaten soll der erweiterte Panamakanal eröffnet werden.
In zehn Monaten soll der erweiterte Panamakanal eröffnet werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Hält der Ausbau?: Panamakanal wird testweise geflutet

Der Ausbau des Panamakanals steht kurz vor dem Ende. Doch bevor die Wasserstraße für den Schiffsverkehr freigegeben wird, wird nun getestet, ob die Erweiterung auch dem Wasserdruck standhält. Den ganzen Kanal zu füllen, ist ein großes Unterfangen.

Am erweiterten Panamakanal haben die ersten Tests für die in zehn Monaten geplante Eröffnung begonnen. Die Flutung eines Kanalabschnitts an der Atlantikküste begann einen Tag früher als vorgesehen, wie die Kanalbehörde mitteilte. Fünf Tage lang sollen insgesamt fünf Millionen Kubikmeter Wasser in den Bereich der neuen Schleuse Agua Fria in Gatún geleitet werden.

Den Schleusenbereich komplett mit Wasser zu füllen, wird nach Angaben des Kanal-Baukonsortiums GUPC mehrere Monate dauern. Die erweiterte Wasserstraße soll im April 2016 eröffnet werden. Ursprünglich war die Fertigstellung schon für 2014 anvisiert worden, doch bei dem Projekt kam es immer wieder zu Verzögerungen durch Streiks, Streit über Zusatzkosten oder Probleme bei den Bauarbeiten. Inzwischen belaufen sich die Gesamtkosten auf 5,25 Milliarden Dollar (4,64 Milliarden Euro).

Dreimal so viel Ladung möglich

Ziel des Projektes ist es, den 1914 eröffneten Kanal zu verbreitern, um größeren Frachtern die Durchfahrt zu ermöglichen. Künftig sollen Schiffe passieren können, die eine Ladekapazität von bis zu 14.000 Containern haben - dreimal mehr als die heute mögliche maximale Beladung.

Der Panamakanal verbindet Pazifik und Atlantik und macht auf diese Weise für Schiffe den teuren und schwierigen Weg um das Kap Hoorn an der Südspitze Amerikas überflüssig. Schätzungen zufolge fahren rund fünf Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs durch den Kanal. Am stärksten genutzt wird er von den USA und China.

In Nicaragua begannen im Dezember die Bauarbeiten für einen weiteren Kanal zwischen dem Pazifischen Ozean und der Karibik. Er soll am Ende für noch deutlich größere Containerschiffe geeignet sein als der Panamakanal nach dem Ausbau. Der Nicaraguakanal soll in fünf Jahren fertig sein und rund 50 Milliarden Dollar kosten. Hinter dem Projekt steht die chinesische Betreibergesellschaft HKND.

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Quelle: n-tv.de

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