Wirtschaft
Der Umsatz von Pernod Picard verringerte sich um sieben Prozent auf 7,95 Milliarden Euro.
Der Umsatz von Pernod Picard verringerte sich um sieben Prozent auf 7,95 Milliarden Euro.(Foto: REUTERS)

Chinas Führung greift durch: Pernod Ricard büßt Gewinn ein

Der französische Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard ist bekannt für Marken wie Havana Club, Ramazzotti oder Absolut. Doch der Konzern muss nun einen Gewinn-Rückschlag hinnehmen. Schuld ist auch eine politische Kampagne in Fernost.

Dem französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard setzen Absatzrückgänge in China zu. Vor allem die Antikorruptionskampagne der chinesischen Führung belastet das Ergebnis: Im einst boomenden chinesischen Markt erlitt der Anbieter von Martell-Cognac, Havana Club und Absolut einen Absatzeinbruch. Hintergrund: In China sind Regierungsangehörige angehalten, keine Luxusprodukte mehr zu verschenken oder zu teuren Essen einzuladen.

2013/14 sank der Nettogewinn auf 1,02 von 1,17 Milliarden Euro. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ging auf 2,06 von 2,23 Milliarden Euro zurück. Bereinigt stieg er um zwei Prozent und lag damit im Rahmen der im Jahresverlauf reduzierten Prognose. Der Umsatz verringerte sich um sieben Prozent auf 7,95 Milliarden Euro. Außer dem Absatzrückgang in China belasteten ungünstige Wechselkurse.

900 Stellen fallen weg

Im Unternehmen läuft derzeit bereits ein Sparprogramm, das die Kosten um 150 Millionen Euro drücken soll. Pernod-Ricard-Chef Pierre Pringuet kündigte nun auch den Abbau von 900 der weltweit rund 19.000 Arbeitsplätze an. Im Mutterland Frankreich sollen rund 100 der 2800 Arbeitsplätze eingespart werden. Auch Pernods kleinerer Wettbewerber Rémy Cointreau bekam die schwierigen Rahmenbedingungen in China bereits zu spüren.

"Das Umfeld war schwieriger als erwartet", räumte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Pernod Ricard, Alexandre Ricard, ein. Er dürfte im kommenden Jahr an die Spitze des Unternehmens aufrücken. "Aber wir erwarten eine allmähliche Erholung der Verkäufe im nächsten Jahr."

Weniger Nachfrage in Karaoke-Bars

In China habe es im jüngsten Quartal bereits ermutigende Hinweise auf eine Besserung der Lage gegeben, sagte Ricard. So habe der Absatz der Großhändler von Martell etwas zugenommen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sei er rückläufig gewesen. Besser verkauften sich Cognacs der mittleren Preisklasse. Sehr teure Produkte seien hingegen weiter Ladenhüter, vor allem auch in sonst als Verkaufsturbo geltenden Karaoke-Bars.

Weltweit betrachtet dürfte der Umsatz in der zweiten Hälfte des Jahres 2014/15 steigen, erwartet Ricard. In China seien bereits neue preiswertere Marken eingeführt worden. Zudem soll das Geschäft in den USA angekurbelt werden und so einen gewissen Ausgleich für den Rückgang in China liefern.

Quelle: n-tv.de

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