Wirtschaft

Fast 1 Mrd. Euro Schulden: Pfleiderer verzehnfacht Verlust

Pfleiderer bleibt ein Sanierungsfall. Der Verlust des Holzverarbeiters aus der Oberpfalz zieht merklich an, getrieben vor allem von Aufwendungen für die Restrukturierung des durch zu riskante Expansionspläne in finanzielle Schieflage geratenen Konzerns.

In der Hand der Hedgefonds: Holzverarbeiter Pfleiderer (Archivbild).
In der Hand der Hedgefonds: Holzverarbeiter Pfleiderer (Archivbild).(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der schwer angeschlagene Holzverarbeiter Pfleiderer hat seinen Verlust im vergangen Jahr mehr als verzehnfacht. Wegen Aufwendungen für die Restrukturierung und Abschreibungen auf Beteiligungen und Firmenwerte sei ein Fehlbetrag von 723 Mio. Euro angefallen nach 69,8 Mio. Euro im Jahr 2009, teilte das Oberpfälzer Unternehmen mit. Die Nettoverschuldung stieg bis Ende 2010 um gut 100 Mio. auf 960 Mio. Euro.

Das Unternehmen, bei dem gerade Banken und Hedgefonds die Macht übernommen haben, hatte wegen des zwischenzeitlich drohenden Kollaps bisher keine Konzernzahlen für 2010 veröffentlicht, sondern lediglich den Einzelabschluss der AG. Die nun vorgelegten vorläufigen Zahlen seien von einem Abschlussprüfer durchgesehen worden. Ein Testat könne aber erst erteilt werden, wenn Gläubiger- und Hauptversammlung endgültig grünes Licht für das Sanierungskonzept geben, erklärte die Firma. "Bis zur endgültigen Feststellung und Erteilung des Testats können sich die Zahlen noch ändern."

Durch Expansion in Schieflage

Im ersten Quartal 2011 stieg der Umsatz dank besserer Geschäfte in Westeuropa laut vorläufigen und ungeprüften Zahlen um 10 Prozent auf 391 Mio. Euro, wie Pfleiderer weiter mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebitda) sank auf 20 Mio. Euro nach 22,2 Mio. vor einem Jahr. Pfleiderer-Aktien fielen um 3 Prozent auf 46 Cent.

Chart

Pfleiderer ist unter anderem durch eine riskante Expansion in Schieflage geraten und derzeit einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Im Rahmen des vorliegenden und vorläufig von allen Gläubigern gebilligten Konzepts soll der Konzern um mehr als 700 Mio. Euro entschuldet werden.

Neue Gelder kommen vor allen von Banken und Hedgefonds, die daher künftig die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren werden. Die Gläubiger einer Hybridanleihe und die Aktionäre müssen den Maßnahmen im Juni und Juli allerdings noch endgültig zustimmen.

Quelle: n-tv.de

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