Wirtschaft
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"Marke" steht drauf, Taiwan ist drin: Philips schaltet TV-Geschäft ab

Neben dem Smartphone-Markt ist der Konkurrenzkampf im TV-Geräte-Geschäft am stärksten. Wie bei den Handys macht auch bei den Fernsehern Samsung den etablierten Unternehmen das Leben zur Hölle. Philips zieht die Konsequenz.

Eine Ära geht zu Ende, der Elektronikriese Philips zieht sich komplett aus dem TV-Geschäft zurück. Man werde seinen restlichen Anteil von 30 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen TP Vision an seinen taiwanesischen Partner verkaufen, teilte Philips mit. Die Mehrheit der Anteile hatte Philips bereits vor zwei Jahren der TPV Technology übertragen.

Die Niederländer konzentrieren sich auf die gewinnträchtigen Sparten Gesundheitstechnik, Licht und kleine Haushaltsgeräte (Lifestyle). Der vor gut zwei Jahren begonnene Umbau hat bereits Früchte getragen. Im dritten Quartal 2013 war der Netto-Gewinn des Konzerns auf 281 Millionen Euro gestiegen, im Vergleich zu 105 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Das asiatische Unternehmen TPV wird weiterhin TV-Geräte unter der Marke Philips verkaufen. Dafür erhalten die Niederländer jährlich 2,2 Prozent des Verkaufserlöses als Lizenz-Gebühren, mindestens jedoch 40 Millionen Euro. Zum Abschluss des Joint-Ventures investiert Philips einmalig 50 Millionen Euro. "Damit geben wir dem Unternehmen eine gute Ausgangsposition, um auf dem extrem dynamischen und umkämpften TV-Markt erfolgreich zu sein", sagte Philips-Chef Frans van Houten.

Der weltweite TV-Markt wird derzeit von den südkoreanischen Herstellern Samsung und LG bestimmt. Allein der weltweite Marktanteil von Samsung liegt Marktforschern zufolge bei rund 50 Prozent. Die einst vorherrschenden japanischen Konzerne - wie Sony, Panasonic und Sharp - kämpfen dagegen mit sinkenden Marktanteilen.

Loewe geht einen anderen Weg

Ähnlich wie der deutsche Hersteller Loewe leidet Philips schwer unter der asiatischen Konkurrenz und will die Unterhaltungselektronik insgesamt abstoßen. Doch der Verkauf des Geschäfts etwa mit Kopfhörern, Lautsprechern, MP3- oder DVD-Playern an den japanischen Funai-Konzern war im vergangenen Jahr nach einem Streit beider Firmen gescheitert.

Dagegen sehen die neuen Loewe-Eigentümer eine Zukunft für das europäische TV-Geschäft. Die Investorengruppe um den Dänen Jan Gesmar-Larsen will einen Neustart des Unternehmens und die Produktpalette für eine jüngere und breitere Zielgruppe attraktiver machen. "Ich glaube, wir können den anderen schon etwas Paroli bieten", sagte Gesmar-Larsen am Wochenende der "Welt".

Quelle: n-tv.de

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