Wirtschaft
Bill Gross
Bill Gross(Foto: REUTERS)

Höchster Verlust seit 1994: Pimco verzeichnet Horrorjahr

Die weltgrößte Rentenfondsgesellschaft Pimco leidet unter dem Anziehen der Konjunktur. Anleger ziehen Milliarden bei der Allianz-Fondstochter ab und stecken das Geld in risikoreichere Anlagen wie Aktien.

Für Pimco war 2013 ein sehr schlechtes Jahr. Der von Anleihelegende Bill Gross verwaltete Flaggschifffonds Total Return der weltgrößten Rentenfondsgesellschaft verbuchte den höchsten Verlust im abgelaufenen Jahr seit 1994. Der 244 Milliarden US-Dollar schwere Total Return Fund wies einen Verlust von 1,92 Prozent aus, nachdem im Vorjahr noch ein Überschuss von 10,4 Prozent zu Buche gestanden hatte, wie aus aktuellen Daten von Morningstar hervorgeht.

Im vergangenen Jahr wurde zugleich der erste Rückgang seit 1999 eingefahren. Davor hatte der Fonds überhaupt erst zweimal Verluste auf Jahressicht seit seiner Einführung im Jahr 1987 verbucht. 1994 hatte ein Minus von 3,58 und 1999 einer von 0,28 Prozent in den Büchern gestanden.

Gross wurde wie andere Rentenmanager auch von steigenden Renditen überrascht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die als Orientierungswert für den breiteren Rentenmarkt fungiert, kletterte bis zum Jahresende auf 3,03 Prozent von 1,76 Prozent zum Jahresausklang 2012. Dies war der deutlichste Renditesprung seit 2009.

Umfangreicher Kapitalabfluss

Hintergrund war ein steigendes Vertrauen in die US-Konjunkturerholung, die wiederum die Nachfrage nach Aktien anziehen ließ. Denn 2013 war ein sehr gutes Jahr für die wichtigsten Börsen. Dies bekam Pimco unmittelbar zu spüren, denn Anleger zogen allein in den ersten elf Monaten 2013 insgesamt 36,2 Milliarden US-Dollar bei der Allianz-Fondstochter ab - der umfangreichste Kapitalabfluss überhaupt.

"Mit dem Anziehen der Konjunktur - insbesondere in den USA - war eine Rotation zu Lasten von Rentenpapieren und zu Gunsten von risikoreicheren Anlagen wie Aktien zu erwarten", kommentiert Rentenstratege Adrian Miller von GMP Securities das Verhalten der Investoren.

Ein kleiner Lichtblick bleibt Gross: Der Verlust fiel geringer als der von US Aggregate Bond Index von Barclays aus. Hier summierten sich die Verluste auf 2,02 Prozent.

Trotz der Verluste 2013 steht Pimco langfristig gesehen nicht schlecht da. Anleger dürfen sich auf Sicht der vergangenen 15 Jahre per Ende 2012 über einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 6,46 Prozent freuen. Das ist mehr als der Branchenschnitt von 5,23 Prozent. Außerdem hat der Fonds 96 Prozent der Wettbewerber hinter sich gelassen.

Quelle: n-tv.de

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