Wirtschaft

Rein in die Schulden: Pleitewelle erfasst Portugal

Die Krise fordert ihre Opfer: Immer mehr Portugiesen rutschen in die Armut ab. Die Zahl der Pleitefälle nimmt dramatisch zu. Vor allem private Haushalte sind betroffen, denn 67 Prozent aller Insolvenzfälle im laufenden Jahr entfallen auf Familien.

Obdachlose unter einer Brücke in Lissabon.
Obdachlose unter einer Brücke in Lissabon.(Foto: REUTERS)

Die Zahl der Insolvenzfälle ist dieses Jahr im Euro-Krisenland Portugal um 62 Prozent in die Höhe geschossen. Wie die Zeitung "Público" unter Berufung auf die Consulting-Firma IIC berichtete, wurde bis zum 26. Dezember die Rekordzahl von 18.627 Pleiten verzeichnet. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2010 betrage der Anstieg sogar 174 Prozent, schreibt das Blatt.

Von den Pleiten sind den Angaben zufolge in zunehmendem Maße die privaten Haushalte betroffen. Rund 67 Prozent aller Insolvenzfälle seien 2012 auf Familien entfallen, knapp ein Drittel auf Unternehmen, so "Público". 2008 hätten zum Beispiel im ärmsten Land Westeuropas nur rund 800 überschuldete Familien Insolvenz beantragt, dieses Jahr seien es bereits mehr als 12.400 gewesen, hieß es.

Portugal erhielt 2011 von der "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ein 78-Milliarden-Euro-Hilfspaket. Im Gegenzug will man das Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 5,0 und bis 2014 auf die EU-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken.

Im Zuge der Sparmaßnahmen wird die Wirtschaft 2012 um mindestens drei Prozent schrumpfen. Die Arbeitslosenrate erreichte zuletzt den Rekord von 15,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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