Wirtschaft
Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen setzen den Yen unter Druck.
Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen setzen den Yen unter Druck.(Foto: REUTERS)

Shinzo Abe will Neuwahlen: Polit-Planspiele drücken den Yen

Japans Premier Abe spielt offen mit Neuwahlen, um eine umstrittene Steuermaßnahme durchzusetzen. Den Konzernen winken deswegen hohe Gewinne. Doch dem Yen bekommen die Pläne gar nicht gut.

In Japan bewegt die Politik zunehmend den Yen-Kurs. Die Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe erwägt offen, die für Oktober 2015 geplante zweite Mehrwertsteuererhöhung zu verschieben. Um sich für den umstrittenen Schritt vorher Rückhalt im Volk zu holen, hatte Abe vorgezogene Unterhauswahlen angedeutet.

Abes Wirtschaftsberater Etsuro Honda hatte eine Verschiebung angesichts der Konjunkturschwäche als unvermeidlich bezeichnet und eine Verschiebung um 18 Monate in den Raum gestellt, sollte das Wachstum im dritten Quartal nicht mindestens 3,8 Prozent betragen. "Beide, sowohl der Aktien- als auch der Devisenmarkt, reagieren sehr empfindlich auf Nachrichten im Zusammenhang mit Neuwahlen", sagte Marktexperte Takashi Matsumoto von Okasan Securities.

Am Devisenmarkt ist der Yen vor diesem Hintergrund und nach ähnlichen Aussagen des japanischen Finanzministers auf ein Jahrestief von 116,20 je Dollar zurückgefallen. Im Tief am Donnerstag kostete der Dollar noch unter 115,40 Yen. Taro Aso hatte gesagt, dass das Erreichen des avisierten niedrigeren Defizits 2015 schwer werde, wenn es nicht zur zweiten Steuererhöhungsrunde komme. Nach Ansicht von Devisenstratege Kengo Suzuki von Mizuho Securities klingt dies so, als habe Aso sich damit bereits abgefunden. Ausschlaggebend dafür, wie es mit Japans Börsen weitergeht, dürften die mit Spannung erwarteten BIP-Daten am Montag sein.

Gute Konjunkturdaten aus den USA haben zum Wochenschluss dagegen den Dollar gestützt. Der Greenback legte mit den guten US-Einzelhandelsumsätzen zu. Im Gegenzug fällt der Euro in Richtung der Marke von 1,24 Dollar zurück. Die US-Einzelhändler haben im Oktober wieder steigende Umsätze verbucht. Die geringeren Benzinpreise verführen die Amerikaner offenbar dazu, wieder öfter in Kaufhäuser und Restaurants zu gehen.

Die Einzelhändler hatten 0,3 Prozent mehr Geld in den Kassen als im Vormonat. Volkswirte hatten im Konsens mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die Einzelhandelsdaten gelten als wichtiger Indikator für die Konsumausgaben der US-Verbraucher, die mit einem Anteil von rund 70 Prozent am Bruttoinlandsprodukt eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft spielen.

Quelle: n-tv.de

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