Wirtschaft

Rechtsstreit mit US-InvestorenPorsche SE erleidet Schlappe

09.08.2012, 06:36 Uhr
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Nach Ansicht von Porsche SE ist die Klage unzulässig. (Foto: picture alliance / dpa)

Ohrfeige für die Holdinggesellschaft Porsche SE in den USA: Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates New York schmettert den Antrag der Deutschen auf Abweisung der Klage von 26 Hedgefonds in Verbindung mit der gescheiterten VW-Übernahme ab. Im Rechtsstreit geht es um eine angebliche Manipulation der Kapitalmärkte mit Hilfe von Optionen.

Die Stuttgarter Holdinggesellschaft Porsche SE hat im milliardenschweren Rechtsstreit mit US-Investoren einen Rückschlag erlitten. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats New York wies den Antrag auf Klageabweisung in den von 26 Hedgefonds angestrengten Verfahren im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme ab.

Das Gericht habe damit allerdings keine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Klagen getroffen, betonte das Unternehmen und kündigte Berufung an. Die Porsche Holding sei weiterhin der Auffassung, dass die Klagen unzulässig und unbegründet seien und das Gericht nicht zuständig sei. Vielmehr solle der Fall in Deutschland geklärt werden, wo einige dieser Fonds bereits klagen.

Die 26 Kläger werfen Porsche SE Betrug und ungerechtfertigte Bereicherung im Zusammenhang mit den Transaktionen mit Volkswagen-Aktien im Jahr 2008 vor. Die Hedgefonds sprechen insgesamt von einem Schaden in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Sie waren vor den New York State Supreme Court gezogen, nachdem das New Yorker Bundesgericht im Dezember 2010 eine Klage gegen Porsche SE wegen Wertpapierbetruges abgewiesen hatte.

Investoren mit hohen Verlusten

In dem Jahre währenden Rechtsstreit geht es um eine angebliche Manipulation der Kapitalmärkte mit Hilfe von Optionen im Zuge der gescheiterten Übernahme von VW. Ursprünglich wollte Porsche VW schlucken und kaufte sich seit 2005 bei dem Wolfsburger Autobauer in Trippelschritten ein, parallel sicherten sich die Stuttgarter mit Optionen ab.

Als Porsche die Karten 2008 auf den Tisch legte und die geplante Beherrschung von VW ankündigte, explodierte der Markt mit VW-Stimmrechten. Investoren, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden, verbuchten hohe Verluste. Porsche verdiente zwischenzeitlich glänzend an seinen Optionsgeschäften, musste im Zuge der Finanzkrise den Übernahmeversuch aber abblasen, da das Geld ausging.

. Die von den Familien Porsche und Piech sowie dem Emirat Katar kontrollierte Porsche Holding bleibt mit gut der Hälfte der Stimmrechte jedoch der bestimmende VW-Aktionär.

Quelle: ntv.de, rts