Wirtschaft
Höheres Porto, mehr Gewinn: Eine einfache Rechnung, die der Deutschen Post aber weiterhilft.
Höheres Porto, mehr Gewinn: Eine einfache Rechnung, die der Deutschen Post aber weiterhilft.(Foto: picture alliance / dpa)

Markterwartungen verfehlt, Jahresziele bekräftigt: Portoerhöhung hilft Post-Gewinn

Im traditionell schwächsten Quartal des Jahres fährt die Deutsche Post einen Erlösrückgang ein. Das liegt aber nicht nur an den Urlaubsmonaten, sondern vor allem an negativen Währungseffekten. Operativ brummen aber die Geschäfte - der Aktienkurs auch.

Trotz sinkender Umsätze hat die Deutsche Post im dritten Quartal 2013 mehr verdient als noch vor einem Jahr. Einen deutlich höheren operativen Gewinn fuhr dabei mit der Briefsparte ausgerechnet ein früheres Sorgenkind ein - diese profitierte unter anderem von der Portoerhöhung für 2013.

Der Umsatz schrumpfte um 2,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das lag vor allem an negativen Währungseffekten: Von den Einnahmen, die der Logistikkonzern in lokalen Währungen in Asien und in Südamerika erzielt, bleibt nach der Umrechnung in die Euro weniger übrig als noch vor einem Jahr.

Operativ läuft's

Das operative Geschäft läuft aber wie am Schnürchen. Die nicht abebbende Beliebtheit von Internetbestellungen und das internationale Expressgeschäft lassen die Kassen klingen. Dem Bonner Konzern kommt dabei weiter sein starkes Asien-Geschäft zugute. Dadurch kann er Schwächen in anderen Regionen besser ausgleichen als seine Mitbewerber TNT, FedEx oder UPS.

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Der operative Gewinn (Ebit) kletterte dagegen um sieben Prozent auf 646 Millionen Euro. Der Überschuss nach Anteilen Dritter stieg auf 399 Millionen Euro von 377 Millionen Euro. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 13,797 Milliarden Euro, einen operativen Gewinn von 636 Millionen Euro und einen Überschuss nach Minderheiten von 409 Millionen Euro erwartet.

Konzernchef Frank Appel bekräftigte aber die Prognose für das laufende Jahr. Es werde aber "kein Selbstläufer", diese zu erreichen, unterstrich er. Der Dax-Konzern rechnet 2013 mit einen Anstieg des Ebit auf 2,75 Milliarden bis 3 Milliarden Euro. 2012 hatte der Konzern ein Ebit von rund 2,6 Milliarden Euro erzielt.

Erste Marktreaktionen

Eine "gute Margenentwicklung" bescheinigten Händler in einer ersten Umfrage der Deutschen Post. "Die Zahlen sind im Prinzip in line, aber die etwas höheren Gewinne bei niedrigerem Umsatz sehen gut aus", sagte ein Händler. Der Ausblick sei bestätigt worden, darin enthalten sei aber die Aussicht auf einen steigenden Umsatz.

"Wenn das bei stabiler Marge passiert und der Euro nicht überraschend zulegt, könnten die Gewinnschätzungen nach oben genommen werden", so ein anderer Marktteilnehmer. Der Markt dürfte daher den etwas geringen Gewinn je Aktie verzeihen. Die Titel stiegen um rund 3 Prozent auf 25,48 Euro, den höchsten Stand seit Mai 2007. Sie waren damit Spitzenreiter im Dax.

Quelle: n-tv.de

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