Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Verlierer im Rekord-Dax: Post-Aktie wird als einzige gemieden

Während die Dax-Werte nach oben kein Halten kennen, gibt es unter ihnen einen einsamen Verlierer: Deutschen Post. Dabei läuft es zurzeit rund für den weltgrößten Logistiker. Was ist also der Grund für die Schwäche der Aktie?

Am deutschen Aktienmarkt herrscht derzeit Hochstimmung, ein Rekord jagt den nächsten, die Dax-Werte verbuchen dicke Zuwächse. Alle? Nein, nicht alle. Ein Titel kauert gegen Freitagmittag alleine in der Verlierer-Ecke: jener der Deutschen Post. Dabei geht es dem Unternehmen gut. In den ersten neuen Monaten 2014 konnten Umsatz und Gewinn gesteigert werden, angesichts des boomenden Paketgeschäfts sollen sogar 10.000 neue Stellen bis 2020 geschaffen werden.

Zugleich zählt die Bank Morgan Stanley (MS) die Deutsche Post zu den europäischen Unternehmenswerten, denen das am Donnerstag angekündigten EZB-Geldschwemme (QE) am meisten nützen könnte: Unter der Überschrift "Elf Aktien, die vom QE profitieren" listet MS auch den Titel des größten Logistik- und Postunternehmens der Welt auf - neben unter anderem den Papieren von BMW, Ryanair und Groupe Eurotunnel S.A..

"Titel sind ausreichend bewertet"

Was ist also los mit dem Papier des Konzerns, das heute gegen den Trend mehr als ein Prozent abgibt? Es ist ein Analysten-Kommentar, der dem Papier zusetzt: Die US-Bank JP Morgan hat die Post-Aktie von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 28,70 auf 28,00 Euro gesenkt.

JP-Morgan-Analyst Christopher Combe begründete das neue Votum mit dem Risiko steigender Pensionsverpflichtungen. Die Titel seien zudem nunmehr ausreichend bewertet. Combe geht gleichwohl weiterhin davon aus, dass das Unternehmen seine angepeilte Ausschüttungsspanne langfristig und auf kürzere Sicht locker Übertreffen kann.

Immer noch nah am Allzeithoch

Mit dieser Einschätzung der US-Bank halten sich die Voten von "Halten" und "Kaufen" wichtiger Analysen der vergangenen drei Monate die Waage. Lediglich zwei Studien raten zum "Verkaufen" - zuletzt die der US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Aktie des Logistikkonzerns sei innerhalb des Sektors am teuersten, schrieb Analyst Merrill-Lynch-Analyst Angus Tweedie vorvergangene Woche.

Der Börsen-Blog "Der Aktionär" weist jedoch darauf hin, dass es charttechnisch bei der Aktie weiterhin gut aussieht: Der Aktie sei der Ausbruch aus einem im April 2014 begonnen Abwärtstrend gelungen. Zudem notiere die Aktie immer noch knapp unter 28 Euro - und damit nah an dem Allzeithoch aus dem April vergangenen Jahres. Die Vermutung: "Gelingt auch der Sprung über diese Hürde, ist der Weg nach oben frei."

Quelle: n-tv.de

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