Wirtschaft
Die US-Ölreserven sind in der vergangenen Woche überraschend gestiegen
Die US-Ölreserven sind in der vergangenen Woche überraschend gestiegen(Foto: imago/Mint Images)

Erholung vorbei: Preis für US-Öl fällt auf Sechs-Jahres-Tief

So günstig wie zuletzt 2009 - als sich die Welt noch von der Finanzkrise erholte - ist derzeit der Rohstoff Öl. Der Markt ächzt weiter unter einem Überangebot, das größer ist als gedacht. Eine andere Entwicklung belastet die Preise zusätzlich.

Immer weiter nach unten geht es derzeit mit den Preisen für den Rohstoff Öl. Bereits am Vortag hatten sie aufgrund überraschend hoher US-Rohöllagerbestände deutlich nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 46,90 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober fiel um 24 Cent und lag bei 40,56 Dollar.

Damit wurde das bereits am Vortag markierte Sechs-Jahres-Tief nochmals unterboten. Und auch bis zu einem neuen 10-Jahres-Tief für den WTI-Preis ist es nicht mehr weit - das bisherige bei 37,37 US-Dollar stammt aus dem Februar 2009. Gleichzeitig ist damit die zwischenzeitliche Erholung der Preise von Mitte März bis Ende Juni bis auf 61,19 US-Dollar vorerst passé. Der Trend ist teuflisch und zeigt nach unten", sagte Analyst Robin Bieber vom Brokerhaus PVM Oil Associates.

Am Mittwoch waren die Preise deutlich gesunken, nachdem bekannt wurde, dass die US-Ölreserven in der vergangenen Woche überraschend um 2,6 Millionen auf 456,2 Millionen Barrel gestiegen waren. Volkswirte hatten einen Rückgang erwartet. "Mit einem überraschenden Anstieg der Lagerbestände und ausbleibender Anzeichen irgendeiner Dämpfung des Angebots setzt sich der Abwärtsdruck fort", sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets in Sydney.

Sorgen um Chinas Wirtschaft belasten zusätzlich

Verschärft wird die negative Reaktion bei den Ölpreisen durch die weiter schwelenden Ängste vor einer Konjunktureintrübung in China, zuletzt genährt durch die überraschende Abwertung des Yuan durch Peking, um damit die Exporte und die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Neue Nahrung erhalten diese Sorgen von neuerlichen Kurseinbrüchen an der Börse in Shanghai.

Die Ölpreise befinden sich bereits seit Anfang Juli mehr oder weniger stark auf Talfahrt. Ursache ist ein zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt. Vor allem die hohen Fördermengen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und die Schieferölproduktion in den USA sorgen für die Ölschwemme.

Quelle: n-tv.de

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