Wirtschaft
Viele Kunden entschieden sich für eine gemächlichere und billigere Paket-Beförderung - zulasten des Konzerngewinns.
Viele Kunden entschieden sich für eine gemächlichere und billigere Paket-Beförderung - zulasten des Konzerngewinns.(Foto: REUTERS)

Konjunktur schlägt Tempo: Preisbewusste Kunden schmälern UPS-Gewinn

Von der Wirtschaftsflaute in vielen Ländern bleibt auch der US-Logistiker nicht verschont. Zwar schlägt sich dies nicht im Sendungsaufkommen nieder. Doch kann das Paket nach Ansicht etlicher Kunden ruhig etwas länger unterwegs sein - wenn im Gegenzug das Porto geringer ausfällt. Das wiederum spürt das Unternehmen dann aber.

Der US-Paketdienstleister UPS hat angesichts von Überkapazitäten in der globalen Luftfracht und einer schwächeren Konjunktur auf dem Heimatmarkt im zweiten Quartal weniger verdient. Zudem schauen die Kunden zurzeit stärker auf den Preis und nehmen dafür längere Lieferzeiten in Kauf, das schmälert die Marge. In der Folge sank der Gewinn auf Jahressicht um vier Prozent auf 1,07 Mrd. US-Dollar, wie die United Parcel Service Inc (UPS) mitteilte. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 1,13 Dollar und damit knapp zwei Prozent unter Vorjahr.

UPS hatte die Erwartungen für das abgelaufene Quartal bereits vor anderthalb Wochen gedämpft: Am 12. Juli strich der Konzern aus Atlanta die Prognose für 2013 wegen der schwachen Marktlage zusammen und stellte für den Zeitraum April bis Ende Juni den nun auch ausgewiesenen Gewinn von 1,13 Dollar je Aktie in Aussicht - die Marktbeobachter hatten zuvor allerdings deutlich mehr erwartet.

Wie es weiter hieß, legte der Umsatz um 1,2 Prozent auf 13,5 Mrd. Dollar zu. Insgesamt lieferte UPS weltweit 15,7 Millionen Pakete am Tag aus - ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im laufenden Jahr erwartet der Konzern jetzt nur noch einen bereinigten Gewinn von 4,65 bis 4,85 US-Dollar je Aktie. Zuvor hatte die Bandbreite bei 4,80 bis 5,06 Dollar gelegen.

Bei der Konkurrenz läuft es etwas besser

Mitte Januar hatte UPS die milliardenschwere Übernahme des niederländischen Paketdienstleisters TNT Express abgeblasen. Mit dem Zukauf für 5,2 Mrd. Dollar wollte der US-Konzern in Europa expandieren. Der nach Umsatz größte internationale Logistiker vor FedEx und der Deutsche-Post-Tochter DHL ist in der Region bislang vergleichsweise schwach vertreten. Doch nach einem monatelangen Hin und Her mit der EU-Kommission zeichnete sich ab, dass die Brüsseler Behörde die Transaktion wegen Wettbewerbsbedenken vermutlich kippen würde. UPS zog die Offerte für die Niederländer zurück.

Beim US-Rivalen Fedex lief es dagegen zuletzt besser: Das Unternehmen hatte seinen Quartalsgewinn stärker als erwartet steigern können. Allerdings leitete FedEx vor wenigen Wochen einen Sparkurs ein, bei dem auch Stellen gestrichen werden sollen. Im Unterschied zu FedEx besitzt UPS ein größeres Netzwerk auf dem Heimatmarkt Nordamerika. Daher ist UPS grundsätzlich in einer besseren Position als der sich mehr auf das internationale Luftfracht-Geschäft konzentrierende Rivale.

Kaum Auswirkungen hatten UPS-Zahlen indes auf die Papiere der Deutschen Post. Mit einem Gewinn je Aktie von 1,13 US-Dollar hat UPS die Konsensschätzung auf den Punkt genau getroffen. "Die Flüsterschätzung für UPS war mit 1,18 Dollar noch etwas optimistischer", sagte ein Händler. Die Post-Aktie war am Freitag mit 21,145 Euro auf ein Allzeithoch gestiegen und konsolidiert seitdem knapp unter 21 Euro.

Quelle: n-tv.de

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