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Die Commerzbank senkt die Risikovorsorge und profitiert vom gut laufenden Privatkundengeschäft.
Die Commerzbank senkt die Risikovorsorge und profitiert vom gut laufenden Privatkundengeschäft.(Foto: picture alliance / dpa)

Risikovorsorge sinkt deutlich: Privatkunden stützen Commerzbank

Das Geschäft mit Privatkunden hält die Commerzbank auf Kurs. Um 85 Prozent legt das operative Ergebnis dieses Segments im ersten Halbjahr zu. Das Investmentbanking schwächelt dagegen weiter.

Dank einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge und eines guten operativen Ergebnisses in fast allen Unternehmensbereichen hat die Commerzbank ihren Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert. Weil das Finanzinstitut beim Abbau ihrer Risiken schneller als erwartet vorankommt, erhöht der Vorstand das Ziel für den Abbau des Problemportfolios NCA (Non Core Assets, Nichtkerngeschäft).

Unterm Strich stieg das Ergebnis im ersten Halbjahr nach Steuern und Dritten von minus 58 Millionen auf 300 Millionen Euro. 100 Millionen Euro stammen daraus aus dem zweiten Quartal. Das operative Ergebnis legte im Halbjahr leicht auf 581 Millionen Euro zu nach 538 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. 257 Millionen Euro entfallen daraus auf das zweite Quartal. Analysten hatten jedoch noch ein wenig mehr erwartet.

Privatkundengeschäft läuft blendend

Die Risikovorsorge ging deutlich zurück. Dafür war vor allem der Abbau des NCA-Portfolios verantwortlich, für das weniger Rückstellungen gebildet werden mussten. Insgesamt legte die Bank im Halbjahr rund 300 Millionen Euro weniger zurück.

In der Kernbank, also allen operativen Bereichen außer dem Abbauportfolio NCA, schnitt das Privatkundengeschäft am besten ab. Das operative Ergebnis des Segments legte im Halbjahresvergleich um 85 Prozent zu. Dagegen berichtete die Investmentbank ein negatives Handelsergebnis von minus 180 Millionen Euro. Grund dafür war vor allem der schwache Handel mit festverzinslichen Wertpapieren.

Die Commerzbank macht zudem Fortschritte beim Abbau ihres NCA-Portfolios (Non Core Assets; Nichtkerngeschäft). Im zweiten Quartal veräußerte die Bank ein Portfolio aus überwiegend spanischen und portugiesischen Immobilienkrediten in Höhe von 5,1 Milliarden Euro. Der Verkauf belastete das Ergebnis auf der einen Seite mit 71 Millionen Euro. Auf der anderen Seite hatte er einen positiven Nettokapitaleffekt von mehr als 200 Millionen Euro und trug zur Verbesserung der harten Kernkapitalquote der Bank bei. Diese hat sich unter voller Anwendung der Basel-III-Regeln binnen sechs Monaten von 9 Prozent auf 9,4 Prozent erhöht.

Als Konsequenz der guten Geschäftsentwicklung und des schnellen Risikoabbaus hob die Bank ihr Ziel für den Abbau des NCA-Portfolios bis 2016 an. Ursprünglich sollte der Wert des Portfolios bis Ende 2016 auf 75 Milliarden Euro geschrumpft werden, nun soll der Bereich in diesem Zeitraum auf 67 Milliarden Euro verringert werden.

Quelle: n-tv.de

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