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ProSiebenSat1: Der Aktienkurs ist deutlich geklettert in den vergangenen Jahren.
ProSiebenSat1: Der Aktienkurs ist deutlich geklettert in den vergangenen Jahren.(Foto: picture alliance / dpa)

Finanzinvestoren verabschieden sich: ProSieben zieht es in den Dax

Ein Neuling drängt in den deutschen Börsen-Leitindex. Nachdem sich die beiden Finanzinvestoren KKR und Permira zurückgezogen haben, stehen die Zeichen bei ProSiebenSat.1 auf Dax-Aufnahme. Nur der Zeitpunkt scheint nicht ganz klar.

Die Finanzinvestoren KKR und Permira sind aus dem im MDax notierten Medienkonzern ProSiebenSat.1 ausgestiegen. Die beiden Anteilseigner haben nach Angaben der beteiligten Banken ihre restlichen 36,3 Millionen Aktien zu 34,75 Euro je Stück platziert. Das lag nur knapp unter dem Schlusskurs von Donnerstag von 35 Euro.

Die Aktien wurden im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren mit "34 Euro zu Market" gestellt, also mit 34 Euro zum Schlusskurs von 35 Euro. Durchgeführt wurde die Platzierung von der Deutschen Bank und der Bank of America.

KKR und Permira waren kurz vor Ausbruch der Finanzkrise bei dem Medienkonzern eingestiegen. Zeitweise hatten sie um ihre Beteiligung zittern müssen, weil sie ihre Holding Lavena mit Schulden überfrachtet hatten und sie an Hedgefonds zu verlieren drohten.

Dax-Neuling im September?

KKR und Permira kassierten insgesamt 1,26 Milliarden Euro. Allein mit dem Verkauf der ProSieben-Aktien nahmen die beiden Finanzinvestoren in vier Schritten seit dem Frühjahr 2013 fast 3,6 Milliarden Euro ein. Dazu kommen millionenschwere Sonderdividenden für den Verkauf von Teilen der Senderkette SBS, die sie in ProSieben eingebracht hatten.

Dabei hatten sie zeitweise um ihre Beteiligung zittern müssen, weil sie ihre Holding Lavena mit Schulden überfrachtet hatten und sie an Hedgefonds zu verlieren drohten. Laut Finanzkreisen hatten sie insgesamt 1,6 Milliarden Euro Eigenkapital in ProSieben gesteckt. Ihren durchschnittlichen Einstiegspreis beziffern sie demnach auf 27,70 Euro.

"Alter Hase" im MDax

Die ProSieben-Aktien sind nun komplett in Streubesitz. Händlern zufolge setzen die Anleger auf einen Aufstieg des Medienkonzerns in den Leitindex. Zum Wochenschluss notierten die Titel in einem freundlichen Marktumfeld mit einem leichten Aufschlag von 0,5 Prozent bei einem Kurs von 35,18 Euro. Das Tageshoch lag allerdings bei 35,68 Euro.

Für einen schnellen Aufstieg schon im März reichten die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz allerdings nicht, sagte ICF-Index-Experte Klaus Stabel. Im September, bei der regulären Überprüfung des Dax, wenn die Hürden niedriger sind, könnte ProSiebenSat.1 aus heutiger Sicht den Düngemittelhersteller K+S verdrängen.

Das Kasseler Unternehmen ist, gemessen am Streubesitz, knapp 4,5 Milliarden Euro wert. ProSieben ist seit 1998 im MDax gelistet.

Quelle: n-tv.de

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