Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Negative Überraschung: Produktion schwächelt in der Eurozone

Der Konjunkturhimmel über der Eurozone bewölkt sich zusehends: Vor dem Wert für die Industrieproduktion liegt im Juni ein Minuszeichen. Experten hatten mit einem Zuwachs gerechnet. Besonders stark ist der Rückgang in Irland.

Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Juni überraschend gesunken und hat damit die Sorgen über die ohnehin flaue Konjunktur verstärkt. Die schwache Quartalsentwicklung im verarbeitenden Sektor dürfte sich auch dämpfend auf das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal auswirken, das am Donnerstag bekanntgegeben wird.

Die Produktion sank gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 0,3 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg in gleicher Höhe erwartet hatten. Im Jahresvergleich berichtete die europäische Statistikbehörde Eurostat von einer Stagnation. Die Experten hatten hier ein Plus von 0,1 Prozent vorhergesagt.

Im Mai war die Produktion nach bestätigten Angaben im Monatsvergleich um 1,1 Prozent niedriger gewesen. Zum Vorjahresmonat hatte sie sich mit revidiert 0,6 (vorläufig: 0,5) Prozent etwas stärker als zunächst berichtet erhöht.

Zweistelliger Minuswert in Irland

Die Gesamtentwicklung im Juni wurde durch die geringere Erzeugung in den Bereichen Energie (minus 0,7 Prozent) und Verbrauchsgüter (minus 1,9 Prozent) belastet. Das konnten auch die Zuwächse bei Vorleistungsgütern (plus 0,4 Prozent) und Gebrauchsgütern (plus 2,3 Prozent) nicht vollständig kompensieren.

Die höchsten Rückgänge der Industrieproduktion verzeichneten Irland (minus 16,5 Prozent), die Niederlande (minus 3,0 Prozent) und Litauen (minus 2,7 Prozent), die stärksten Zuwächse Malta (plus 5,2 Prozent), Dänemark (plus 2,4 Prozent) und Ungarn (plus 1,8 Prozent).

Etwas günstiger sah dagegen die Entwicklung in der gesamten EU aus. Hier sank die Produktion gegenüber dem Vormonat nur um 0,1 Prozent nach einem Minus von 1,1 Prozent im Mai. Zum Juni 2013 erhöhte sie sich um 0,7 Prozent nach 1,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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