Wirtschaft
Andreas Renschler
Andreas Renschler(Foto: dpa)

Überraschung bei Daimler: Produktionsvorstand Renschler geht

Daimler befindet sich derzeit in einer Produktoffensive mit vielen neuen Modellen. Da wiegt der Abgang des Verantwortlichen für die Produktion womöglich schwer. Andreas Renschler verlässt den Konzern. Der Grund soll rein persönlicher Natur sein.

Mitten in seiner großen Modelloffensive verliert der Autobauer Daimler überraschend seinen wichtigsten Mann in der Pkw-Sparte. Das für Einkauf und Produktion Mercedes-Benz Cars und Vans verantwortliche Vorstandsmitglied Andreas Renschler verlasse den Autobauer, teilte der Dax-Konzern mit. Der Vertrag werde in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst, der Aufsichtsrat habe schon zugestimmt.

Im Vorstand werde Daimler-Chef Dieter Zetsche bis auf weiteres für den Bereich Produktion und Einkauf Mercedes Benz Cars die Verantwortung übernehmen. "Ich bedaure sehr, dass er aus persönlichen Gründen das Unternehmen verlässt", erklärte Zetsche.

Den Autokonzern trifft der Abgang Renschlers zum jetzigen Zeitpunkt unverhofft. Bleibende Folgen wird man in Stuttgart aber nicht spüren, denn die sogenannte dritte Produktoffensive ist mit zehn neuen Derivaten bis zum Jahr 2015 fast abgeschlossen. Ziel ist es, Daimler bis 2020 wieder zum größten Premiumhersteller weltweit zu machen. Operativ wird die Fertigung nun von Markus Schäfer geleitet, dem bisherigen Chef der Produktionsplanung.

Streit im Vorstand sei der Entscheidung Renschlers, die rein persönlich und völlig unerwartet sei, nicht vorausgegangen, sagten mehrere mit dem Vorgang Vertraute. Der 55-Jährige hatte erst vor knapp einem Jahr das Amt mit dem damaligen Produktionschef Wolfgang Bernhard getauscht, sein Vertrag lief bis 2018. Seit 2004 war der Stuttgarter, der vor 25 Jahren bei Daimler begonnen hatte, Vorstandsmitglied für die Sparte Lkw und Busse.

Bedauern von Arbeitnehmerseite

Während Bernhard, der als einer der Kronprinzen für Zetsches Nachfolge gehandelt wird, mit den Betriebsräten harte Konflikte austrug, hatte sich das Verhältnis zu den Arbeitnehmervertretern unter Renschler deutlich entspannt. "Wir bedauern diesen Schritt", sagte denn auch Betriebsratschef Erich Klemm zur Entscheidung Renschlers.

Mit dem Ausscheiden Renschlers hat Zetsche, dessen Vertrag bis 2016 läuft, einen potenziellen Rivalen um den Chefposten weniger. "Zetsches Position ist unangefochten", hieß es in Unternehmenskreisen. Neben Bernhard üben auch Finanzchef Bodo Uebber und Personal-Vorstand Wilfried Porth ihre Ämter mit großem Ehrgeiz aus.

Zetsche hatte im vergangenen Jahr von der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat einen Schuss vor den Bug bekommen, als sein Vertrag nur um drei statt der üblichen fünf Jahre verlängert wurde. Inzwischen gehe er mit einer Charme-Offensive auf die Beschäftigten zu und besuche der Daimler-Chef spontan die Produktion oder stelle sich im Intranet-Chat den Fragen der Mitarbeiter, hieß es in Kreisen des Betriebsrats.

Quelle: n-tv.de

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