Bei Pharmakonzernen begehrtQiagen will eigenständig bleiben

Peer Schatz will Qiagen als unabhängigen Partner großer Pharmakonzerne erhalten. Der Manager setzt dabei auf die personalisierte Medizin. Sie soll bis 2020 etwa 50 Prozent des Qiagen-Umsatzes ausmachen.
Der wiederholt als Übernahmekandidat gehandelte Biotechkonzern Qiagen will seine Eigenständigkeit verteidigen. "Unser Unternehmen ist deutlich besser positioniert, wenn es als unabhängiger Partner großer Pharmakonzerne auftreten kann", sagte Unternehmenschef Peer Schatz der "Welt am Sonntag". Biotechfirmen stehen bei Pharmakonzernen hoch im Kurs - so hatte Sanofi 2011 für die US-Firma Genzyme rund 20 Milliarden Dollar hingeblättert.
Beflügelt wird das Interesse der Pharmakonzerne vom Trend zur personalisierten Medizin, also der gezielten Behandlung von Patienten nach Erhebung ihres genetischen Profis. Auch Qiagen, das entsprechende Tests anbietet, setzt große Hoffnungen in dieses Geschäft, das bisher weniger als zehn Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt.
Mittelfristig werde der Markt ein Umsatzvolumen in Milliardenhöhe haben, sagte Schatz weiter. "Daran wollen wir einen signifikanten Anteil haben. Bislang sind wir in dieser Disziplin Partner fast aller großen Pharmaunternehmen, und diese Marktführerschaft werden wir verteidigen.
Der Manager geht davon aus, dass der Anteil der personalisierten Medizin im weiteren Sinne bis 2020 auf etwa 50 Prozent des Gesamtumsatzes steigen könnte.