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Deutliche Kritik an Bundesregierung: RWE-Chef: CO2-Abgabe "bedroht Existenz"

Auf der Hauptversammlung spricht RWE-Vorstandschef Terium bereits von "einer neuen Dimension der Krise". Nun legt er im Interview mit n-tv nach und droht der Bundesregierung.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE hat seine Kritik an der geplanten Kohlendioxid-Abgabe der Bundesregierung verschärft und sieht sich in seiner Existenz bedroht. "Wenn sie so kommt, wie sie ursprünglich vorgesehen war, trifft das zu 80 bis 90 Prozent die Braunkohle. In einem Ausmaß, in dem das RWE nicht mehr stemmen können würde", warnte RWE-Vorstandschef Peter Terium in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender n-tv. Dadurch sei die Altersversorgung der Mitarbeiter wie auch die vereinbarte Rückabwicklung der Kernkraftwerke sowie die Endlagerung radioaktiver Abfälle bedroht: Sie könnten in der geplanten Form nicht mehr finanziert werden, unterstrich Terium.

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Der Vorstandsvorsitzende warnte zudem vor einem Scheitern der Energiewende. Das könne passieren, so Terium. Ob sie scheitern werde, hänge stark von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab, führte er aus. Mehr als die Hälfte des Strompreises machten staatliche Abgaben und Steuern aus. "Da wird eine Schmerzgrenze erreicht."

Vor dem Hintergrund des am Montag und Dienstag stattfindenden Treffens der G7-Energieminister in Hamburg warnte Terium vor Stromengpässen in Deutschland. Die größte Sorge sei nicht die Versorgungssicherheit mit Gas sondern mit Strom. Mehr als 50 Kraftwerke seien bei der Bundesnetzagentur zur Abschaltung angemeldet. Würden die Abschaltungen in der geplanten Form realisiert, werde Deutschland im Falle eines kalten Winters Probleme mit der Versorgungssicherheit bekommen.

RWE hatte bereits im April vor "einer neuen Dimension der Krise" gewarnt. Der Versorger verdient wie seine Konkurrenten mit den konventionellen Kraftwerken immer weniger Geld. Die sinkenden Strompreise im Großhandel durch den Ausbau der erneuerbaren Energien machen dem Konzern zu schaffen. Deshalb hat das Dax-Unternehmen 2012 ein ehrgeiziges Sparprogramm aufgelegt, das jüngst um 500 Millionen Euro aufgestockt wurde. Ab 2017 will der Konzern Einsparungen in Höhe von 2 Milliarden Euro erreichen.

Das ausführliche Interview sendet n-tv ab 12.10 Uhr.

Quelle: n-tv.de

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