Wirtschaft
RWE steckt durch die Energiewende in der Klemme: Die Strompreise brechen ein. Und damit die Gewinne des Versorgers.
RWE steckt durch die Energiewende in der Klemme: Die Strompreise brechen ein. Und damit die Gewinne des Versorgers.(Foto: picture alliance / dpa)

Energiewende belastet: RWE-Gewinn bricht ein

Die Energiewende macht den Energieversorgern immer stärker zu schaffen: Das Überangebot an Ökostrom drückt die Börsenpreise - und damit den Gewinn von RWE. Wegen des Verkaufs der Öltochter Dea muss der Konzern sogar seine Prognose senken.

RWE kämpft weiter mit wegbrechenden Gewinnen: Der milde Winter und die sinkenden Strompreise an der Börse haben dem Energiekonzern RWE zum Jahresauftakt die Bilanz verhagelt. Der Umsatz sei im ersten Quartal um 8,6 Prozent auf rund 14,7 Milliarden Euro gefallen. Das Betriebsergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Unter dem Strich - also nach Berücksichtigung aller Sonderfaktoren - schrumpfte der Konzerngewinn von 1,37 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf 995 Millionen Euro. Ursache sei vor allem das Erzeugungsgeschäft, das wegen der sinkenden Strom-Großhandelspreise kriselt, erklärte Vorstandschef Peter Terium. "Hinzu kam, dass die  Wintertemperaturen - nach der extremen Kälte im Vorjahr - dieses Mal ungewöhnlich mild waren".

Wegen des geplanten Verkaufs der Öl- und Gasfördertochter Dea änderte RWE zudem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Versorger will das Tochterunternehmen an den russischen Milliardär Michail Fridman abgeben. Noch stehen allerdings Genehmigungen von Behörden aus. Der Energiekonzern rechnet nun mit einem nachhaltigen Nettogewinn zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro.

Stromerzeuger ächzen unter Energiewende

RWE sprach am Dienstag von "erwartungsgemäßen" Ertragseinbußen. Angesichts der Energiewende fließt immer mehr Strom aus Solar- und Windkraftanlagen in die Netze und erzeugt ein Überangebot, das die Preise drückt. Die Eigentümer konventioneller Kraftwerke können die erzeugte Elektrizität deshalb nur noch mit sinkenden Gewinnen vermarkten. Bei RWE sank zum Jahresanfang zudem der Stromabsatz um 6 Prozent auf 67 Milliarden Kilowattstunden. E.ON hatte am Dienstag für das erste Quartal einen Konzernüberschuss von 762 Millionen Euro vorgelegt - ein Minus von 65 Prozent.

Auch RWE-Chef Peter Terium nannte die Zwischenbilanz "insgesamt positiv". Erfreulich sei ein Erfolg in den Verhandlungen mit dem Gaslieferanten Gazprom. "Wir haben eine Lösung gefunden, die sicherstellt, dass bis zum nächsten Revisionstermin im Juni 2016 keine weiteren Ergebniseinbußen aus dem Vertrag entstehen", sagte Terium.

RWE hatte bereits das vergangene Geschäftsjahr nach hohen Abschreibungen auf seine ausländischen Kraftwerke mit einem Minus von fast drei Milliarden Euro abgeschlossen - der höchste Verlust eines börsennotierten Versorgers in Deutschland überhaupt und der erste in der Firmengeschichte. Zudem drücken den Konzern Schulden von über 31 Milliarden Euro. Diese will Terium vor allem mit dem rund fünf Milliarden Euro teuren Dea-Verkauf bis Ende des Jahres auf 26 Milliarden Euro zurückfahren.

Quelle: n-tv.de

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