Wirtschaft
Blick auf das RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen.
Blick auf das RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Nordrhein-Westfalen.(Foto: picture alliance / dpa)

Zu viel Ökostrom und fallende Preise: RWE denkt an Stilllegungen

Die Stromversorgung in Deutschland gilt trotz Atomwende und derzeit eisiger Temperaturen als gesichert. Dank Ökostrom und höherer Effizienz gibt es genügend Strom. Anlass für den Versorger RWE darüber nachzudenken, ob sich noch alle in Betrieb befindlichen konventionellen Anlagen rechnen.

Vor der RWE-Zentrale in Essen.
Vor der RWE-Zentrale in Essen.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Energiekonzern RWE wird wegen des größeren Ökostrom-Angebotes und der fallenden Großhandelspreise möglicherweise weitere konventionelle Kraftwerke stilllegen. "Ausschließen können wir das heute nicht", sagte der Chef der Kraftwerkstochter, Matthias Hartung, vor Journalisten in Berlin. Es gebe aber derzeit keine Pläne. Die Entscheidung hänge auch von der weiteren Entwicklung der Preise ab.

Die Großhandelspreise für Strom sind wegen der Überkapazitäten von Kraftwerken und der schwachen Nachfrage in Südeuropa auf den tiefsten Stand seit etwa zwei Jahren gefallen. Der Konkurrent E.ON hat bereits angekündigt, Anlagen vom Netz zu nehmen.

In Großbritannien und den Niederlanden legte RWE 2011 und 2012 mehrere Kraftwerke still. In Deutschland nahm der Konzern unter anderem wie zugesagt 16 Kohleblöcke mit einer Leistung von je 150 Megawatt vom Netz, die durch ein neues Kraftwerk ersetzt wurden. Zu schaffen macht dem Konzern auch die Verdrängung der konventionellen Kraftwerke durch Ökostrom aus Sonne oder Wind. Dieser wird vorrangig eingespeist, so dass Gas- und Kohlekraftwerke heruntergefahren werden müssen, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Betroffen seien auch moderne Gaskraftwerke, erläuterte Hartung. Diese liefen im Jahr teilweise noch 1500 Stunden statt wie ursprünglich geplant 3000 bis 3500 Stunden.

RWE-Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz sagte, an Kraftwerken herrsche in den kommenden Jahren voraussichtlich kein Mangel. Einen Ansporn zum Neubau gebe es im Moment nicht. "Die Preissignale sind nicht ausreichend für den Bau von Kraftwerken." Es gebe im Moment keinen Engpass bei den Kraftwerkskapazitäten. Dazu werde es vor 2018/19 auch nicht kommen. "Wir haben ein Netzproblem." Dies müsse jetzt verstärkt angegangen werden.

Quelle: n-tv.de

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