Wirtschaft
Die bisherige Geschäftsführerin des Branchenverband BDEW, Hildegard Müller, wechselt im Frühjahr zum Energieriesen RWE.
Die bisherige Geschäftsführerin des Branchenverband BDEW, Hildegard Müller, wechselt im Frühjahr zum Energieriesen RWE.(Foto: dpa)

Vorstandsposten in Öko-Sparte: RWE holt BDEW-Chefin Müller an Bord

Die Aufspaltung des RWE-Konzerns ist bereits beschlossene Sache. Nun wird bekannt, dass Hildegard Müller den Wandel beim Essener Konzern mittragen wird. Die bisherige Chefin des Energieverbands BDEW soll den Energieriesen aus der Krise führen.

Der kriselnde RWE-Konzern sichert sich die Unterstützung einer auf der Berliner Bühne bestens vernetzten Energiemanagerin: Die Chefin des Branchenverbandes BDEW und frühere Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Hildegard Müller, wechselt Anfang Mai zu Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger. Dies teilten das Unternehmen und der Verband mit.

Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Müller werde im Zuge der anstehenden Umstrukturierungen bei RWE eine Vorstandsfunktion in einer Konzerngesellschaft übernehmen, hieß es in Essen. Bereits Ende Januar scheidet Müller beim BDEW aus. Sie freue sich nun darauf, "in operativer Unternehmensverantwortung an der Energiewende mitarbeiten zu können", sagte sie laut Mitteilung.

Müller war Ende der 1990er Jahre die erste weibliche Bundesvorsitzende der Jungen Union und von 2005 bis 2008 Staatsministerin im Kanzleramt in Berlin. Sie galt als enge Vertraute von Angela Merkel. In ihrer Zeit als BDEW-Hauptgeschäftsführerin hat sie sich stark für Prämien an die Energiewirtschaft für das Bereithalten von Kohle- und Gaskraftwerken eingesetzt - eine zentrale Forderung der großen Konzerne wie RWE und Eon.

Wer auf Müller beim Branchenverband nachfolgt, ist noch offen. Medienberichten zufolge könnte der ehemalige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Kapferer, die Geschäfte übernehmen. Der BDEW teilte mit, über die Personalie werde "zeitnah" entschieden.

RWE steht vor Umstrukturierung

Müllers künftiger Arbeitgeber RWE steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Im Dezember billigte der Aufsichtsrat des Energieriesen einstimmig die Aufspaltung des Unternehmens. RWE will das zukunftsträchtige Geschäft mit Erneuerbaren Energien, Netzen sowie Energievertrieb in eine börsennotierte neue Tochtergesellschaft auslagern, die Anfang April gegründet wird. Diese neue Gesellschaft wird deutlich größer als die Mutter und soll zwei Drittel der rund 60.000 RWE-Mitarbeiter beschäftigen. Der Mutterkonzern soll sich künftig nur um die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel kümmern.

In Branchenkreisen wird erwartet, dass Müller den besonders renommierten Vorstandsposten für Erneuerbare Energien übernimmt. In der BDEW-Mitteilung wird Müllers guter Kontakt zur Erneuerbaren-Branche hervorgehoben: Sie habe "den Verband klar auf die Umsetzung der Energiewende ausgerichtet und zunehmend auch Mitgliedsunternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien gewonnen", hieß es.

Quelle: n-tv.de

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