Wirtschaft
RWE-Chef Peter Terium sieht dringenden Handlungsbedarf.
RWE-Chef Peter Terium sieht dringenden Handlungsbedarf.(Foto: picture alliance / dpa)

Weitere 3000 Jobs in den nächsten Jahren: RWE kürzt Personaldecke weiter

Der Energieversorger RWE fährt einen harten Sparkurs. Das Nachsehen haben vor allem die Beschäftigten, 10.000 Stellen wurden bereits gestrichen. Aber das Streichkonzert geht weiter. In der Kraftwerkssparte steht jede vierte Stelle zur Disposition.

Der deutsche Energieriese will den Gürtel noch enger schnallen: "Unser Ergebnis wird dramatisch sinken", hatte RWE-Chef Peter Terium erst kürzlich gewarnt. Unter anderem sollte die RWE-Kraftwerksparte mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr einsparen. Auch vor Stellenstreichungen im großen Stil macht das Unternehmen nicht Halt. Nachdem bereits 10.000 Stellen in den vergangenen Jahren dem Sparkurs zum Opfer gefallen sind, gibt es jetzt weitere Pläne Personal abzubauen

Wie eine Zeitung schreibt, will RWE in den deutschen Kraftwerken weitere rund 2500 Stellen streichen. Diese Zahl habe der Konzern auf einer Betriebsräte-Konferenz der Kraftwerks-Sparte "RWE Generation" genannt, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Betriebsratskreise. In deutschen Kraftwerken sind etwa 14.500 Mitarbeiter beschäftigt. Mit diesen Stellenstreichungen soll aber auch noch nicht Schluss sein.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Insgesamt soll die Kraftwerkssparte in den nächsten Jahren 3000 bis 3500 Stellen streichen. Betroffen sind dabei auch Anlagen in den Niederlanden und Großbritannien, wie Insider berichten. Der Stellenabbau in Deutschland soll bis 2014 ohne betriebsbedingte Kündigungen vonstatten gehen. Ein Sozialplan für "RWE Generation" sei vereinbart worden, heißt es.

Eine Unternehmenssprecherin wollte die Angaben nicht kommentieren. Sie sagte der Zeitung, zu Details des Stellenabbaus werde sich RWE am14. November äußern, wenn der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegen will.

RWE hat etwa 70.000 Beschäftigte und macht einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte bereits den Abbau tausender Jobs angekündigt: Im August erklärte RWE, zusätzlich zu 8000 schon beschlossenen Stellen weitere 2400 Arbeitsplätze zu streichen.

Die Energiewende zwingt zum Umdenken

Der lange vor allem auf Atomkraft und Kohle setzende Versorger tut sich mit der Energiewende schwer. Vor allem wegen der Konkurrenz durch den zunehmenden Ökostrom ist der Großhandelspreis für Strom deutlich gefallen. Zusammen mit neun anderen europäischen Stromkonzernen fordert das Unternehmen eine Neuausrichtung der EU-Energiepolitik und übt scharfe Kritik an der Ökostrom-Förderung. Die Konzerne bemängeln steigende Energiepreise für Unternehmen und Verbraucher durch Steuern und Umlagen sowie ausbleibende Investitionen wegen fehlender Planungssicherheit. Sie fordern unter anderem eine grundlegende Änderung des Subventionssystems für die erneuerbaren Energien.

Zusätzlich drücken RWE aber auch Schulden von rund 35 Milliarden Euro. RWE will deshalb in den nächsten Jahren bis zu zwei Milliarden Euro einsparen, hatte Reuters von einem Insider erfahren. Auch hierzu dürfte sich der Konzern am 14. November äußern.

Quelle: n-tv.de

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