Wirtschaft
AKW Biblis
AKW Biblis(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinneinbruch dank Atomausstieg: RWE mit düsterem Ausblick

Im Sommer 2012 bekommt RWE einen neuen Chef. Dem obliegt dann die Aufgabe, den zweitgrößten deutschen Energieversorger nach dem Atomausstieg wieder in die Spur zu bringen. Die Halbjahreszahlen zeigen, dass dies nötig ist: Der RWE-Gewinn sackt um fast 40 Prozent ein. Und im gesamten Jahr erwartet der Dax-Riese zudem einen Umsatzrückgang.

Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE hat im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinneinbruch verzeichnet und blickt mit gemischten Gefühlen auf das Gesamtjahr. RWE führt den Gewinneinbruch auf den deutschen Atomausstieg zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis ging um fast 40 Prozent auf knapp 1,7 Mrd. zurück, teilte RWE mit. Der Energiekonzern bezifferte die Belastungen durch den Atomausstieg im ersten Halbjahr auf etwa 900 Mio. Euro.

Dazu gehöre auch die Brennelementesteuer. Die RWE-Kernkraftwerke Biblis A und B sind abgeschaltet: RWE muss dafür nach eigenen Angaben Strom aus anderen Kraftwerken hinzukaufen. Der Halbjahresumsatz stagnierte bei rund 27,5 Mrd. Euro.

Weniger Erlös im Gesamtjahr

Peter Terium (links) soll Jürgen Großmanns Platz einnehmen.
Peter Terium (links) soll Jürgen Großmanns Platz einnehmen.(Foto: dpa)

Für das Gesamtjahr rechnet RWE mit einem Umsatzrückgang. Die Erlöse würden etwas niedriger ausfallen als die 53,3 Mrd. Euro 2010, teilte der Versorger weiter mit. Hauptgrund sei, dass die Handelstochter niedrigere Preise beim Verkauf konzerneigenen Stroms erziele.

Zudem gehe RWE davon aus, den geplanten Verkauf von 74,9 Prozent der Anteile seiner Stromnetztochter Amprion im dritten Quartal abzuschließen.

Gewinnausblick gesenkt

Erst zu Wochenbeginn hatte der Konzern die Gewinnprognose gesenkt. An der Ausschüttungsquote für die Dividende von 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses hält der Versorger fest. Da der nachhaltige Gewinn in diesem Jahr aber voraussichtlich um 35 Prozent fällt, wird wohl auch die Dividende geringer ausfallen als zuletzt. Für das Geschäftsjahr 2010 hatte das Unternehmen 3,50 Euro je Aktie gezahlt.

Die Nettoschulden beliefen sich Ende Juni auf 30,084 Mrd. Euro nach 27,5 Mrd. Euro Ende März. RWE will durch die Ausgabe neuer und eigener Aktien rund 2,5 Mrd. Euro in die Kasse spülen. Sollte dies noch in diesem Jahr gelingen, könne die Verschuldung 2011 unter dem Niveau von Ende 2010 in Höhe von 29 Mrd. Euro liegen, erklärte RWE.

Der designierte neue RWE-Chef, der Niederländer Peter Terium, der am 1. Juli 2012 Nachfolger von Amtsinhaber Jürgen Großmann werden soll, hat damit einiges zu tun, um den Energieriesen wieder auf Kurs zu bringen. Großmann scheidet damit damit vorzeitig aus seinem eigentlich bis Herbst 2012 laufenden Vertrag.

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Quelle: n-tv.de

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