Wirtschaft

Jugend ist überschuldet: "Rekordjahr" bei Privatpleiten

Deutschlands Wirtschaft wächst, die Zahl der Privatinsolvenzen aber paradoxerweise auch. Der Grund: Die positiven Signale vom Arbeitsmarkt und die konjunkturelle Erholung kommen bei den Verbrauchern noch nicht an, wie die Wirtschaftsauskunftei Bürgel mitteilt.

Trotz konjunktureller Erholung, Privatinsolvenzen klettern auf Rekordniveau.
Trotz konjunktureller Erholung, Privatinsolvenzen klettern auf Rekordniveau.(Foto: picture alliance / dpa)

In Deutschland wird es 2010 so viele Privatinsolvenzen geben wie nie zuvor. Bereits in den ersten drei Quartalen haben 104.657 Privatpersonen eine Insolvenz angemeldet, acht Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das teilte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit. 2010 werde ein "Rekordjahr", sagte Geschäftsführer Norbert Sellin.

Die positiven Signale vom Arbeitsmarkt und die konjunkturelle Erholung hätten noch keinen Einfluss auf die Entwicklung. Im Gesamtjahr werden 140.000 Verbraucherinsolvenzen erwartet, 3000 Fälle mehr als im Spitzenjahr 2007.

Junge Menschen überschuldet  

Besonders betroffen sind laut Bürgel junge Menschen. In den ersten drei Quartalen 2010 überschuldeten sich 34,5 Prozent mehr der 18- bis 25-Jährigen als im Vergleichszeitraum 2009. Betroffen von der Schuldenfalle seien vor allem junge, alleinerziehende Frauen. Knapp ein Drittel aller Insolvenzen entfällt auf die Altersgruppe der 46- bis 60-Jährigen.

Die Gründe für eine private Pleite sind vielfältig: Arbeitslosigkeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit, Krankheit, Trennung oder Tod des Partners. Aber auch geplatzte Immobilienfinanzierungen oder exzessiver Konsum ohne ausreichendes Einkommen können laut Bürgel in die Überschuldung führen.

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Quelle: n-tv.de

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