Wirtschaft
Moderner Stadtverkehr, französisch gedacht: Der Twizy von Renault fährt rein elektrisch.
Moderner Stadtverkehr, französisch gedacht: Der Twizy von Renault fährt rein elektrisch.(Foto: REUTERS)

Herber Gewinneinbruch: Renault steckt neue Ziele

Der zweitgrößte Autobauer Frankreichs muss einen Rückschlag verkraften. Die Jahresbilanz offenbart: Konzernumbau und Iran-Sanktionen reißen große Stücke aus dem Kuchen. Konzernchef Ghosn verbreitet dennoch Zuversicht.

Der französische Automobilkonzern Renault hat wegen des sanktionsbedingt weggebrochenen Iran-Geschäfts und hoher Kosten für den Konzernumbau im vergangenen Jahr erhebliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Insgesamt stellt sich die Lage bei Renault jedoch deutlich stabiler dar als bei PSA Peugeot Citroen.

Der Nettogewinn sei im vergangenen Jahr um zwei Drittel auf 586 Millionen Euro gefallen, teilte der Konzern mit. Auf dem Ergebnis lasteten Abschreibungen und Umstrukturierungskosten in der zweiten Jahreshälfte in Höhe von 500 Millionen Euro. Den operativen Gewinn bezifferte Renault mit 1,242 Milliarden Euro.

Starker Pkw-Absatz

Der Umsatz stagnierte bei rund 41 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr zeigt sich der Konzern weiter optimistisch. Unter anderem dank eines Ausbaus der Geschäfte außerhalb Europas solle der Umsatz bis 2017 sogar bis auf 50 Milliarden Euro gesteigert werden, hieß es. Die operative Marge soll bis 2017 auf 5 Prozent steigen. Dies sei ein ehrgeiziges, aber realistisches Ziel, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn. Im vergangenen Jahr war die Marge auf 3 Prozent gestiegen.

Früheren Angaben zufolge konnte Renault zusammen mit seinem Kooperationspartner Nissan im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge verkaufen als je zuvor. Dank der großen Nachfrage vor allem aus China und den USA kam das Bündnis auf einen Absatz von 8,3 Millionen Pkw. Dies entspreche dem fünften Rekord in Folge und einem weltweiten Marktanteil bei Neuwagen von etwa 10 Prozent, teilten die Unternehmen Ende vergangener Woche mit. Im Vergleich zu 2012 habe man den Absatz um 2,1 Prozent gesteigert.

Renault mit Nissan auf Platz 4

Als besonderen Erfolg feierten die beiden Autobauer die Tatsache, dass Renault seinen Absatz in dem rückläufigen europäischen Markt um 2,4 Prozent auf 1,3 Millionen Fahrzeuge erhöhen konnte. Der Marktanteil auf dem Stammkontinent des Unternehmens sei um 0,4 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent gestiegen. Negative Zahlen kamen lediglich vom russischen Partner Avtovaz. Das Unternehmen mit der Marke Lada verkaufte 2013 lediglich 533.634 Wagen. Das waren 12,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Nissan setzte hingegen 5,1 Millionen Wagen ab und damit 3,3 Prozent mehr als im 2012.

In der Rangliste der weltgrößten Autobauer bleibt die Allianz aus Renault-Nissan weiter hinter den großen Rivalen Toyota (9,98 Millionen Fahrzeuge), Volkswagen (9,73 Millionen) und General Motors (9,72 Milionen).

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Quelle: n-tv.de

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