Wirtschaft
Fuchs-Radpanzer während einer Übung vergangenen Dezember im Camp Marmal in Masar-i-Scharif, Afghanistan.
Fuchs-Radpanzer während einer Übung vergangenen Dezember im Camp Marmal in Masar-i-Scharif, Afghanistan.(Foto: picture alliance / dpa)

Fabrik für deutsche Fuchs-Panzer: Rheinmetall rüstet Algerien auf

Rheinmetall winkt angeblich ein Multimilliarden-Geschäft aus Algerien. Wie eine Zeitung schreibt, wollen die deutschen Rüstungsspezialisten dem Land mit autoritärem Regime gleich eine ganze Fabrik zur Herstellung von Panzern liefern.

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall will einem Zeitungsbericht zufolge Panzer an Algerien verkaufen. In den kommenden Wochen werde das Unternehmen einen Vertrag zur Produktion von 980 Panzern des Typs "Fuchs 2" unterzeichnen, schreibt das "Handelsblatt" ohne Angabe von Quellen.

Für die Panzer soll eine komplette Panzerfabrik geliefert werden. Pro Jahr sollen hier 120 Panzer für das algerische Militär zusammengeschraubt werden. Den Angaben zufolge hat der Auftrag ein Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Euro.

Insgesamt seien Projekte in Höhe von zehn Milliarden Euro vereinbart, berichtete das Blatt weiter. Beteiligt seien auch andere deutsche Unternehmen: der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp liefere zwei Fregatten, der Autobauer Daimler, der "Technologiepartner", sei für die Produktion von Lkw und Militärfahrzeugen zuständig. Die Unternehmen wollten sich zu den Geschäften nicht äußern, diese unterliegen Verschwiegenheitsklauseln.

Vorgängerregierung gab ihren Segen

Dem Bericht zufolge geht das Geschäft auf Abmachungen aus dem Jahr 2008 zurück, als Bundeskanzlerin Angela Merkel Algerien besuchte. Drei Jahre später gab der Bundessicherheitsrat der damaligen schwarz-gelben Koalition die Freigabe.

Rüstungsgeschäfte im arabischen Raum sind in der Großen Koalition umstritten, zuletzt blockierte Vizekanzler Sigmar Gabriel Waffenlieferungen an Saudi-Arabien. Algerien ist unter der Führung des Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, der im April im Amt bestätigt wurde, zum Verbündeten der USA im Kampf gegen militante Islamisten in der Region avanciert. Außerdem ist das Land ein großer Lieferant von Erdgas an Europa.

Marktbeobachtern zufolge sollte die Aktie von dem Rüstungsauftrag profitieren. Die Verteidigungssparte sei wieder im Wachstumsmodus, sagte ein Händler. Der Kurs könnte sich deshalb von der 50-Euro-Marke nach oben absetzen.

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Quelle: n-tv.de

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