Wirtschaft

"Schwimmender Größenwahn": Riesiges Containerschiff getauft

Spektakel in Hamburg: Eines der derzeit größten Containerschiffe der Welt erhält den Namen "Alexander von Humboldt". Der riesige Pott geht an die im französischen Marseille ansässige Reederei CMA CGM. In der Hansestadt ist die Taufe ein Politikum. Umweltschützer sind gegen die dort geplante Elbvertiefung.

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In Hamburg ist eines der derzeit weltgrößten Containerschiffe getauft worden. Den Akt der Namensgebung für die 396 Meter lange "Alexander von Humboldt" der französischen Großreederei CMA CGM vollzog Hamburgs Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt.

Die "Alexander von Humboldt" ist ein Schwesterschiff der "CMA CGM Marco Polo", die im Dezember erstmals in Hamburg festmachte. Die baugleichen Schiffe können je 16.000 sogenannte 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) laden und sind damit bezogen auf ihre Ladungskapazität die derzeit größten Containerschiffe, die im Dienst sind.

Bereits am kommenden Dienstag wird die Reederei das dritte und letzte Schiff der Baureihe, die "CMA CGM Jules Verne", an ihrem Hauptsitz in Marseille offiziell in Betrieb nehmen. Die stählernen Giganten werden im Pendelverkehr zwischen Ostasien und Europa eingesetzt. Zu ihren routinemäßigen Stopps gehören Hamburg und Bremerhaven.

"Großes PR-Spektakel"

Seit Jahren nehmen die Containerschiff-Größen rapide zu. Bereits in wenigen Wochen werden die "Alexander von Humboldt" und ihre Schwesterschiffe als Rekordhalter abgelöst. Der dänische Reederei-Gigant Maersk erhält Ende Juni den ersten Neubau seiner "Triple E"-Klasse. Die Schiffe dieser Baureihe können 18.000 TEU laden und werden mit einer Länge von 400 Metern nach Angaben von Maersk die größten derzeit aktiven Wasserfahrzeuge sein.

In Hamburg war die Taufe der "Alexander von Humboldt" wegen der Konflikte um die von Umweltschützern vehement bekämpfte Elbvertiefung auch ein Politikum. Die in einem Aktionsbündnis zusammengeschlossenen Organisationen WWF, NABU und BUND kritisierten das Ereignis als "großes PR-Spektakel" für das umstrittene Großprojekt und sprachen von "schwimmendem Größenwahn".

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Quelle: n-tv.de

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