Wirtschaft
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"D" als letztes Mittel: "Rote Karte" der Agenturen

Deutschland hat die Bonitäts-Bestnote "AAA". Auch die Kreditwürdigkeit der USA wird von den Ratingagenturen noch so bewertet. Doch Griechenland droht die Rote Karte der Bonitätswächter: "SD" oder - noch schlimmer - "D". Aber was bedeutet das?

Deutschland bekommt derzeit die Bestnote der Ratingagenturen: "AAA". Deutsche Staatsanleihen sind damit absolut ausfallsicher. Bei Griechenland sieht das anders aus. Nach mehreren Herabstufungen droht dem schuldengeplagten Land nun die "Rote Karte" der Bonitätsprüfer - ein Rating "SD" oder - noch schlimmer - eine "D"-Einstufung. Vom Euro-Sondergipfel am Donnerstag hängt damit einiges ab.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die beiden Ratings, mit denen die Agenturen einen Zahlungsausfall feststellen:

Rating"SD" (Selective Default/Teilweiser Zahlungsausfall)

Von einem teilweisen Zahlungsausfall sprechen Fachleute dann, wenn ein oder mehrere Schuldpapiere eines Emittenten notleidend geworden sind. Dann hat ein Gläubiger keine Chance mehr, sein Geld, das er beispielsweise in eine fünf Jahre laufende griechische Anleihe gesteckt hat, wiederzubekommen. Allerdings verfügt das Land bei der Bewertung "SD" immer noch über Papiere, die nicht akut ausfallgefährdet sind.

Rating "D" (Default/Zahlungsausfall)

Die "großen Drei": S&P, Moody's und Fitch sind die weltweit bekanntesten und nagesehensten Ratingagenturen. Aber wie lange noch?
Die "großen Drei": S&P, Moody's und Fitch sind die weltweit bekanntesten und nagesehensten Ratingagenturen. Aber wie lange noch?(Foto: picture alliance / dpa)

Sollte Griechenland von den Ratingagenturen ein "D" verpasst bekommen, wäre dies finanziell gesehen das Aus. Dann würden nämlich alle Anleihen Athens als akut ausfallgefährdet gelten - mit anderen Worten: Griechenland wäre bankrott. Eine Folge wäre, dass die Banken des Landes keine Chance mehr hätten, sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu refinanzieren, da diese keine Anleihen eines Pleitestaates als Sicherheiten akzeptiert.

Etwas anders könnte dies im Falle eines "SD" aussehen: Dann müsste wohl der EZB-Rat entscheiden, was zu tun ist. Ihr eigenes Regelwerk zur Behandlungen von Sicherheiten hat die EZB lange hinter sich gelassen, indem sie die Regeln für Griechenland, Irland und Portugal bereits immer mehr aufgeweicht hat. Regeln für den Totalausfall eines Euro-Landes gibt es nicht.

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Quelle: n-tv.de

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