Wirtschaft
Die Lira befindet sich im freien Fall, seitdem die Koalitionsverhandlungen von AKP und CHP gescheitert sind.
Die Lira befindet sich im freien Fall, seitdem die Koalitionsverhandlungen von AKP und CHP gescheitert sind.(Foto: REUTERS)

Schwellenländer mit Problemen: Rubel und türkische Lira weiter unter Druck

Nach einer zwischenzeitlichen Erholungsphase ist der russische Rubel wieder auf Talfahrt und nähert sich seinen Jahrestiefs. Auch in der Türkei geht es mit der Landeswährung bergab - sie erreicht sogar ein neues Rekordtief. Die Ursachen liegen in der Politik.

Auch Russlands Rubel setzt seine Talfahrt fort. Erstmals seit dem 12. Februar kostete der US-Dollar wieder 65,77 Rubel. Ursächlich für die Schwäche der russischen Währung ist vor allem der Verfall der Ölpreise, aber auch die wirtschaftliche Lage lastet auf dem Rubel. Aus Daten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, ging hervor, dass die russische Wirtschaft im zweiten Quartal um 4,6 Prozent geschrumpft ist und damit deutlich schneller als im ersten Quartal, als der Rückgang 2,2 Prozent betrug.

Der Außenhandel stellt ein zusätzliches Risiko für die russische Wirtschaft dar. Sergej Alexaschenko, ehemaliger stellvertretender Chairman der Bank of Russia, hält eine neue Abwertungswelle des Rubel für unausweichlich, sollte die Stagnation der Exporte andauern, während die Importe wieder zulegten.

Möglichkeit von Neuwahlen belasten

Die Türkische Lira ist auf ein Rekordtief zum US-Dollar gefallen. Befürchtungen, dass Neuwahlen erforderlich werden könnten, lasten auf der Währung. Für einen Dollar mussten 2,8494 Lira gezahlt werden, was einer Abwertung um 0,5 Prozent gleichkam.

Die Lira befindet sich im freien Fall, seitdem am Donnerstag die Koalitionsverhandlungen zwischen den beiden größten türkischen Parteien - der konservativ-islamischen AKP und der sozialdemokratischen CHP - gescheitert sind. Bei den Wahlen im Juni errang keine Partei die absolute Mehrheit. Vor dem Hintergrund dieser Situation haben politische Spannungen in der Türkei zugenommen und die Sicherheitslage hat sich verschlechtert. Gleichwohl wird erwartet, dass die türkische Notenbank bei ihrer Sitzung am Dienstag die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bekräftigt.

Quelle: n-tv.de

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