Wirtschaft

Poker um US-Tankerauftrag: Russen klopfen an

Spannung hinsichtlich des Tankerauftrags für die US-Luftwaffe ist weiterhin garantiert. Einem Zeitungsbericht zufolge will nun auch das russische Konsortium United Aircraft Corporation (UAC) seinen Hut in den Ring werfen. Hinter dem Zusammenschluss stehen die wichtigsten Flugzeugbauer Russlands.

Ein Werksfoto der Firma Northrop Grumman zeigt ein Tankflugzeug vom Typ KC-30 beim Auftanken eines B2-Bombers in der Luft.
Ein Werksfoto der Firma Northrop Grumman zeigt ein Tankflugzeug vom Typ KC-30 beim Auftanken eines B2-Bombers in der Luft.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Ringen um den milliardenschweren Tankerauftrag für die US-Luftwaffe steht angeblich eine überraschende Wendung bevor. Nach Angaben des "Wall Street Journal" wollen nun russische Flugzeugbauer ein Gebot abgeben. Das Konsortium United Aircraft Corporation könnte mit einer umgebauten Version des Passagierflugzeugs Iljuschin-96 ins Rennen gehen, berichtete das Blatt.

Die Flugzeuge sollen dem Vorschlag zufolge weitgehend in Russland gebaut und in den USA endmontiert werden, hieß es. Dafür solle ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer US-Firma gebildet werden. In dem UAC-Konsortium, das in Russland unter der Abkürzung OAK bekannt ist, hat der Kreml die wichtigsten Flugzeugbauer des Landes zusammengeschlossen, darunter Iljuschin, Tupolew und Suchoi.

Bei der Ausschreibung für die Tankerflugzeuge geht es zunächst um 35 Milliarden Dollar und in weiteren Schritten um bis zu 100 Milliarden. Um den Deal gibt es seit Jahren Streit. Zunächst waren die Airbus-Mutter EADS und der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman zu Siegern erklärt worden. Der amerikanische Rivale Boeing konnte das Ergebnis jedoch erfolgreich anfechten und der Mega-Deal wurde neu ausgeschrieben.

Verlängerung der Ausschreibungsfrist

Anfang März schied Northrop Grumman aus der Ausschreibung aus, mit dem Vorwurf, die neuen Bedingungen seien auf die Boeing 767 zugeschnitten. Zuletzt hatte das US-Verteidigungsministerium eine Verlängerung der Ausschreibungsfrist in Aussicht gestellt, um EADS eine neue Bewerbung zu ermöglichen. EADS reagierte darauf zunächst zurückhaltend.

Die umgebaute russische Maschine soll die Bezeichnung Iljuschin-98 bekommen, schrieb das "Wall Street Journal". Die in den 1990er Jahren eingeführte Il-96 verkaufte sich nur schleppend, selbst die russische Fluggesellschaft Aeroflot nahm nur wenige Maschinen ab.

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Quelle: n-tv.de

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