Wirtschaft
Geschlossenes Geschäft in Nikosia.
Geschlossenes Geschäft in Nikosia.(Foto: AP)

Steuern rauf im Steuerparadies: Russen sollen für Zypern zahlen

Die Euroländer prüfen, wie reiche Russen an den Finanzhilfen für Zypern beteiligt werden können. Zypern gilt als Schwarzgeld-Hochburg, vor allem aus Russland kommt viel Geld ins Land. Bislang lehnt das Land es ab, seine Steuern zu erhöhen.

Die Eurozone will reiche Bürger und Konzerne mit Geldanlagen in Zypern an den Kosten des geplanten Hilfspakets für den Inselstaat beteiligen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Derzeit werde geprüft, wie ein Sanierungsbeitrag privater Kontoinhaber und Bankgläubiger, von denen viele aus Russland kommen, aussehen könnte.

Im Gespräch seien etwa höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, Kapitalerträge, Villen und Grundbesitz sowie eine Vermögensteuer. Überlegt wird auch, Forderungen in- und ausländischer Geldgeber gegen Banken in Beteiligungen an den betroffenen Instituten umzuwandeln.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Mrd. Euro. Davon soll ein Großteil an angeschlagene Banken der Insel fließen. Allerdings würde das Programm die zyprische Staatsschuld gemessen an der Wirtschaftsleistung auf ein untragbares Niveau von etwa 140 Prozent katapultieren.

Auch ist der Antrag umstritten. Dem Land wird besonders in Deutschland vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen.Zypern bestreitet das allerdings.

Bislang lehnt Zypern es ab, seine Steuern zu erhöhen. Die niedrigen Steuern seien "ein fundamentaler Bestandteil unseres Finanzsektors", hatte Zyperns Finanzminister Vassos Shiarly kürzlich in einem Interview gesagt. "In dem Bereich sind wir gut."

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte der "Rheinischen Post", Zyperns Leistungsbilanz weise "hohe Auslandsinvestitionen in Russland auf". Der Abfluss des Gelds könne aber gestoppt werden. Es sei zudem "nicht ausgeschlossen, dass Russland kurzfristig mit einem Überbrückungskredit einspringt", so Meister.

Quelle: n-tv.de

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