Wirtschaft

Ost-Ausschuss-Chef warnt: Russland-Geschäft bricht ein

Die westlichen Sanktionen gegen Russland belasten auch die deutsche Wirtschaft. Ihr Ost-Ausschuss-Chef Cordes sieht in der Bundesrepublik Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr. Er wirbt für eine Freihandelszone von EU und Russland.

Eckhard Cordes bei seinem Treffen mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk.
Eckhard Cordes bei seinem Treffen mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk.(Foto: picture alliance / dpa)

Die westlichen Sanktionen, der Rubel-Verfall und der Niedergang der russischen Wirtschaft dürften die deutschen Ausfuhren nach Russland nach Angaben des zuständigen Wirtschaftsverbandes um ein Fünftel gedrückt haben. "Für das Gesamtjahr 2014 erwarten wir einen Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um rund 20 Prozent", sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA) Eckhard Cordes.

Das entspreche einem Handelsvolumen von rund sieben Milliarden Euro und gefährde in Deutschland rund 50.000 bis 60.000 Arbeitsplätze. Hinzu komme ein Vertrauensverlust, der deutsch-russische Kooperationsprojekte immer stärker belaste. Cordes hatte am Mittwochabend mit der Spitze seines Verbandes den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin getroffen. Der ehemalige Metro-Chef warnte alle Beteiligten am Konflikt in der Ukraine, die "Rhetorik der Konfrontation" zu beenden. Eine Lösung müsse auf dem Verhandlungsweg gefunden werden. Sonst drohe im neuen Jahr eine weitere massive Verunsicherung der Wirtschaft. Investoren wie Exporteure bräuchten Sicherheit und Stabilität.

Die Sanktionen gegen Russland würden zwar von der deutschen Wirtschaft umgesetzt. "Letztendlich sollte aber gerade auch im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine der Ausstieg aus den Sanktionen angegangen werden", sagte Cordes. Er verwies auf die enge wirtschaftliche Verflechtung der beiden ehemaligen Sowjetstaaten.

Ukraine als Brücke zwischen Ost und West

Der Ost-Ausschuss-Chef sprach sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung einer gemeinsamen Freihandelszone von EU, Russland und wichtige Nachbarländer aus. "Wir werben ... für direkte Gespräche zwischen der Europäischen Kommission und der Eurasischen Wirtschaftskommission über eine gemeinsame Wirtschaftsarchitektur, also über eine gemeinsame Freihandelszone, an der auch die Ukraine partizipieren kann", sagte er.

Dann kämen die geografischen Standortvorteile der Ukraine als Brücke zwischen West und Ost auch zum Tragen. Der Ost-Ausschuss gilt als Stimme und Interessenvertreter der in Osteuropa engagierten deutschen Unternehmen. Er betreut neben Russland und der Ukraine 19 weitere Länder der Region.

Quelle: n-tv.de

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