Wirtschaft
Dmitri Medwedew ist nicht erfreut über die Ergebnisse der Nacht.
Dmitri Medwedew ist nicht erfreut über die Ergebnisse der Nacht.(Foto: AP)

"Diebstahl geht weiter": Russland empört über Zypernplan

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew verurteilt die geplante Zwangsabgabe auf Bankkonten in Zypern scharf. Er bezeichnet die Ergebnisse der Verhandlungen als "Plünderung" und warnte vor Nachwirkungen für die globale Finanzwirtschaft.

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat mit Empörung auf den Rettungsplan für Zypern reagiert, der mit massiven Verlusten für ausländische Anleger auf der Mittelmeerinsel verbunden ist. "Meiner Meinung nach geht der Diebstahl von dem, was bereits gestohlen wurde, weiter", sagte Medwedew vor Regierungsvertretern in Moskau. Er kündigte an, die Zypern-Rettung genau zu prüfen. Es müsse "untersucht" werden, was die Beschlüsse für "Auswirkungen auf das internationale Finanzsystem" hätten.

Präsident Wladimir Putin hat derweil die Regierung angewiesen, die Bemühungen der Eurogruppe nun doch zu unterstützen. Er lässt eine mögliche "Umstrukturierung" eines Kredits an Zypern prüfen. Die Konditionen für den 2011 gewährten Kredit über 2,5 Mrd. Euro sollten gemeinsam "mit unseren Partnern" auf den Prüfstand gestellt werden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. Zypern hofft auf eine Lockerung der Rückzahlungsmodalitäten für den Kredit.

Nach den jüngsten Entscheidungen der Eurogruppe halte Putin es für möglich, die "Bemühungen des zyprischen Präsidenten und der EU-Kommission zu unterstützen, um die Krise beizulegen", fügte der Präsidentensprecher hinzu. Vergangene Woche waren mehrtägige Verhandlungen zwischen Zypern und Russland über mögliche Finanzhilfen ohne konkretes Ergebnis beendet worden. Moskau hatte angekündigt, zunächst eine Entscheidung in Brüssel abzuwarten.

Weil in Zypern für geforderten Eigenbeitrag wohlhabende Kontobesitzer heranziehen will, könnten vor allem reiche Russen betroffen sein, die viel Geld auf der Insel deponiert haben. So werden sowohl für die Abwicklung der Laiki-Bank als auch für die Sanierung der Bank of Cyprus Guthaben von über 100.000 Euro belastet. Einem Regierungssprecher zufolge könnte eine Zwangsabgabe von ungefähr 30 Prozent erhoben werden.

Vize-Ministerpräsident Igor Shuwalov sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, der Verlust für russische Investoren könne noch nicht genau beziffert werden. "Gegenwärtig haben wir keine exakten Daten über die Verluste russischer Investoren." Die zyprische Tochter der russischen VTB-Bank werde aber nicht unter den Krisenmaßnahmen leiden. Nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's lagern auf Konten in Zypern rund 24 Mrd. Euro an russischem Vermögen.

Quelle: n-tv.de

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