Wirtschaft
Süßigkeiten-Geschäft des Marktführers Roshen in Kiew. Nun erhalten auch zwei Mitbewerber ein Exportverbot nach Russland.
Süßigkeiten-Geschäft des Marktführers Roshen in Kiew. Nun erhalten auch zwei Mitbewerber ein Exportverbot nach Russland.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Einfuhrstopp für ukrainische Waren: Russland führt "Krieg" mit Süßigkeiten

Im Zuge des Ukraine-Konflikts zieht Russland die wirtschaftlichen Daumenschrauben gegenüber seinem Nachbarland weiter an: Nun trifft es die Süßigkeiten-Industrie in der Ukraine. Zwei Firmen erhalten ein Importverbot - was diese hart treffen dürfte.

Russland hat ein Importverbot für Süßigkeiten aus der Ukraine verhängt. Die russische Verbraucherschutzbehörde begründete die Maßnahme mit der falschen Etikettierung der Waren von zwei Firmen - AVK und Konti - aus der Ukraine. Im Interesse der Verbraucher müsse die Behörde deshalb die Einfuhr von in der Ukraine produzierten Süßwaren stoppen, hieß es.

Produktion in einer Fabrik des ukrainischen Süßwaren-Herstellers Konti.
Produktion in einer Fabrik des ukrainischen Süßwaren-Herstellers Konti.(Foto: Konti)

Die beiden Unternehmen exportieren laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Itar Tass hauptsächlich nach Russland. Konti gehört nach eigenen Angaben zu den 30 größten Süßwarenherstellern der Welt - in der Ukraine ist er unter den größten drei. Neben Produktionsstandorten in der Ukraine betreibt Konti auch Fabriken in Russland.

Fabriken in umkämpften Städten

AVK bezeichnet sich als ukrainischer Marktführer im Bereich Schokolade. Das Unternehmen betreibt zwei seiner vier Fabriken in den umkämpften Städten Luhansk und Donezk - in Letzterer hat auch Konti einen Standort.

Der russische Einfuhrstopp ist nicht die erste Maßnahme gegen die ukrainische Süßwarenindustrie: Bereits im vergangenen Jahr hatte Russland die Einfuhr von Schokolade der ukrainischen Firma Roshen verboten. Die von dem prowestlichen Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, kontrollierte Firma ist Süßigkeiten-Marktführer in der Ukraine.

Russland hat bereits ein Embargo gegen andere Waren aus der Ukraine verhängt, darunter Milchprodukte, Fruchtsäfte und Bier. Als Reaktion auf die westlichen Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise verkündete Moskau zudem ein "komplettes" Embargo für Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, Fisch, Käse, Milch, Gemüse und Obst aus der EU und den USA sowie aus Norwegen, Kanada und Australien. Einige Sanktionen hatte Russland jedoch etwas später wieder zurückgenommen.

Quelle: n-tv.de

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