Wirtschaft
Russland hatte dem ukrainischen Nachbarn im Juni den Gashahn zugedreht.
Russland hatte dem ukrainischen Nachbarn im Juni den Gashahn zugedreht.(Foto: AP)

Nach Millionen-Überweisung: Russland liefert wieder Gas an die Ukraine

Die Ukrainer können aufatmen - im Winter bleiben die Stuben warm. Nach einer Vorab-Zahlung erhält das Land wieder Gas aus Russland. Aber es mangelt auch an Kohle - hier könnte ebenfalls der östliche Nachbarn aushelfen. Allerdings stellt dieser Bedingungen.

Die Ukraine erhält wieder Gas aus Russland. Der ukrainische Energieversorger Naftogaz habe Russlands Gazprom-Konzern 378 Millionen Dollar (306 Millionen Euro) überwiesen, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow der russischen Nachrichtenagentur Tass. Dafür bekomme Kiew eine knappe Milliarde Kubikmeter Gas für den Winter geliefert.

Russland hatte dem ukrainischen Nachbarn im Juni den Gashahn zugedreht, weil Kiew eine drastische Preiserhöhung durch Gazprom nicht akzeptierte und Schulden anhäufte. Das führte auch zur Sorge vor Energieengpässen in der EU, die ihr russisches Gas über die Ukraine bezieht. Erst nach monatelangen Verhandlungen unter EU-Vermittlung kam es zu einem vorläufigen Kompromiss, der weitere Lieferungen aber nur gegen Vorkasse vorsieht.

In der Ukraine ist nicht nur Gas knapp, es fehlt vor allem wegen der Rebellion im Osten des Landes auch an Kohle. Kiew und Moskau haben deswegen auch Verhandlungen über Stromlieferungen aufgenommen, wie der ukrainische Energieminister Volodymir Demtschischin mitteilte. Nach seinen Worten will Russland aber nur Strom liefern, wenn Kiew einen Teil davon an die im März von Moskau annektierte Krim weiterleitet.

Ein Expertenteam des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird am Dienstag in Kiew eintreffen, um zu erheben, wie viel zusätzliche Hilfe die Ukraine für den Winter braucht. Das gab der Ukraine-Beauftragte des IWF, Jérôme Vacher, bekannt. Die Fachleute würden neun Tage in der Hauptstadt bleiben und mit den Vertretern der neuen Regierung beraten. Vacher deutete an, dass zusätzliche Hilfe über das bislang zugesagte Paket von insgesamt 27 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) hinaus nur im Gegenzug für Wirtschaftsreformen und Korruptionsbekämpfung bewilligt werde.

Quelle: n-tv.de

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