Wirtschaft
"Nicht alles in einem Jahr": Russlands Premier Dimitri Medwedew (r.) beim Gesprächstermin mit Präsident Putin in der Sommerresidenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau.
"Nicht alles in einem Jahr": Russlands Premier Dimitri Medwedew (r.) beim Gesprächstermin mit Präsident Putin in der Sommerresidenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Wirken die Sanktionen?: Russland will Öl-Konzern beispringen

Der Ukraine-Konflikt kommt Russland teuer zu stehen: Unter dem Druck der Sanktionen will Moskau wohl einem staatseigenen Rohstoffkonzern mit einem Milliardenbetrag unter die Arme greifen. Rosneft braucht offenbar dringend Geld.

Russland stellt seinem von westlichen Sanktionen betroffenen Ölkonzern Rosneft milliardenschwere Staatshilfen in Aussicht. Die Regierung prüfe derzeit verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung, sagte Ministerpräsident Dimitri Medwedew der Zeitung "Wedomosti".

Medwedew verwies unter anderem darauf, dass der Staatskonzern einer der wichtigsten Steuerzahler sei. Im August hatte ein Regierungsvertreter gesagt, Rosneft-Chef Igor Setschin habe um Hilfe im Volumen von 1,5 Billionen Rubel (etwa 31 Milliarden Euro) gebeten, um die Folgen der wegen Russlands Ukraine-Politik erlassenen Sanktionen abzufangen.

Zunächst sah es nicht so aus, dass die Regierung dem Gesuch nachkommt. Medwedew sagte in dem Interview nun mit Blick auf die Summe, es müsse "nicht alles in einem Jahr" gemacht werden. Ob er sich damit auf eine Stundung der Forderungen oder eine Stückelung der Staatshilfe bezog, blieb zunächst unklar.

Rosneft ist hochverschuldet, nachdem es 2013 den Zukauf der britisch-russischen Ölfirma TNK-BP im Volumen von umgerechnet etwa 42,5 Milliarden Euro finanzierte. Branchenkennern zufolge war die Übernahme in erster Linie politisch motiviert. Die Querelen um TNK-BP hatten die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien zeitweise schwer belastet. Bis 2014 muss Rosneft knapp 9,2 Milliarden Euro zurückzahlen, weitere 13 Milliarden Euro kommen 2015 hinzu.

Hilfsgelder aus der Staatskasse

Rosneft ist allerdings nicht der einzige Großkonzern, der in Moskau mit einem Antrag auf staatliche Unterstützung vorstellig wird. Mehrere von den westlichen Sanktionen betroffene russische Unternehmen wie etwa die VTB Bank haben bereits Zusagen erhalten, Staatsfonds anzapfen zu dürfen.

USA und EU haben im Zuge der Ukraine-Krise in den vergangenen Monaten eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt, weitere könnten unmittelbar folgen. Sie werfen der Regierung in Moskau vor, den Konflikt im Osten der Ukraine mit direkter Militärhilfe für prorussische Separatisten anzufachen. Russland weist die Vorwürfe zurück.

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Quelle: n-tv.de

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