Wirtschaft
Warren Buffet: Kann das wahr sein?
Warren Buffet: Kann das wahr sein?(Foto: REUTERS)

Warnschuss für Warren Buffett: S&P stuft Berkshire Hathaway herab

Bis zur Finanzkrise geben S&P und andere Ratingagenturen Berkshire die Bonitäts-Höchstnote "AAA". Ab März 2009 beginnen sie jedoch damit, das Firmen-Konglomerat des US-Starinvestors Warren Buffett abzustufen. Die Begründung ist immer die gleiche.

Warren Buffetts Investmentgesellschaft bekommt von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nicht mehr die zweithöchste Bonitätsnote. Berkshire Hathaway sei zu stark von ihrem Engagement im Versicherungssektor abhängig, begründete S&P die Entscheidung und senkte das Langfristrating um eine Stufe auf "AA" von "AA+".

S&P hatte zuvor die Kriterien verändert, nach denen die Kreditwürdigkeit von Versicherungsunternehmen bewertet wird. Eben dies sei aber das Kerngeschäft von Berkshire, aus dem die Investmentgesellschaft den Großteil ihrer Dividendeneinnahmen erziele.

Die Eisenbahngesellschaft Burlington Northern sei das einzige Berkshire-Tochter außerhalb der Versicherungsbranche, die "einen beträchtlichen Teil" zu den Dividendenzahlungen beitrage, die die Holdinggesellschaft erhalten.

Wer folgt auf Buffett?

Bis zur Finanzkrise hatten S&P und andere Ratingunternehmen Berkshire lange eine vergoldete Höchstnote "AAA" gegeben. Ab März 2009 begannen sie jedoch damit, das Buffett-Konglomerat abzustufen und begründeten dies unter anderem mit Sorgen über Berkshires Derivateportfolio und Fragen zur Nachfolge des über 80-jährigen Buffett. Die ist zumindest offiziell noch ungeklärt. Auch am Donnerstag führte S&P wieder die "Managementnachfolge" als negativen Faktor an, der das Rating beeinflusst habe.

Auf Berkshire dürfte die Abstufung in nächster Zeit aber kaum Auswirkungen haben. Als die Gesellschaft ihr "AAA"-Rating verlor, hatte das keinerlei Folgen für die Kreditkosten, wenn Tochtergesellschaft die Schuldenmärkte anzapften. Zwar hält Berkshire ein umfangreiches Portfolio an Derivatekontrakten. Die meisten verlangen keine Sicherheiten, für die das Unternehmen Rückstellung bilden muss - selbst wenn die Bonitätsbewertung noch viel weiter gesenkt würde.

Ausblick negativ

S&P erklärte, der Ausblick für das Rating sei negativ. Das bedeutet, Berkshires Bonitätsnote könnte weiter gesenkt werden, beispielsweise wenn die Kapitalausstattung im Versicherungsgeschäft sich verschlechtere, erklärte die Ratingagentur. Zudem spiegele sich in dem Ausblick ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit der USA - denn das Rating kann die Bonitätseinstufung, die an Finanzunternehmen vergeben werden können, begrenzen.

Trotzdem verwies S&P auf Berkshires "sehr starkes Finanzrisiko-Profil, das auf einer extrem starken Wettbewerbsposition und sehr starkem Kapital und Gewinnen basiert".

Quelle: n-tv.de

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