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Smartphone-Schwäche hält an: Samsung erwartet Gewinneinbruch

Das langsamere Absatzwachstum bei Smartphones und ein schärfer werdender Wettbewerb setzen Marktführer Samsung weiter zu. Investoren und Brokerfirmen sehen die kurzfristigen Geschäftsaussichten des Techriesen zunehmend skeptisch

Samsung Electronics hat zum dritten Mal hintereinander in einem Quartal operativ weniger verdient. Eine schwächere Nachfrage in China und Europa sowie ungünstige Wechselkurse hätten den operativen Gewinn geschmälert, teilte der südkoreanische Konzern mit.

Investoren und Brokerfirmen sehen die kurzfristigen Geschäftsaussichten des Technologiekonzerns zunehmend skeptisch, weil das Unternehmen seine Smartphones in Industrieländern weniger rasant verkauft. Gleichzeitig bedrohen Hersteller von billigeren Smartphones Samsungs Geschäft in Schwellenländern.

Die Anlegersorgen über Samsungs Wachstumspotenzial ließen sich am Börsenkurs des Unternehmens deutlich ablesen. Samsungs Aktie lag zum Handelsschluss am Montag bei 1,292 Millionen Won - dem niedrigsten Niveau seit dem 26. März. Nach Börsenstart am Dienstag stieg der Aktienkurs aber wieder.

Wie der nach Verkaufszahlen weltgrößte Smartphonehersteller mitteilte, ist der operative Konzerngewinn im zweiten Quartal vermutlich auf 7 Billionen bis 7,4 Billionen Won (rund 5,1 Milliarden bis 5,4 Milliarden Euro) gesunken. Das wären 22,3 bis 26,5 Prozent weniger als im Vorjahr, als Samsung einen operativen Gewinn von 9,5 Billionen Won gemeldet hatte.

Schlecht ins Jahr gestartet

Endgültige Zahlen gibt es Ende Juli.
Endgültige Zahlen gibt es Ende Juli.(Foto: AP)

Bereits zum Jahresanfang hatte der Technologiekonzern ein enttäuschendes Quartalsergebnis vorgelegt mit einem operativen Gewinn, der 3,3 Prozent unter dem des Vorjahres lag. Im zweiten Quartal aber ist Samsungs Gewinn nun erstmals seit dem dritten Quartal 2011 um einen zweistelligen Prozentsatz geschrumpft.
Das Unternehmen schätzt, dass sein Umsatz im zweiten Quartal auf 51 Billionen bis 53 Billionen Won zurückgegangen ist. Das wären 7,8 Prozent bis 11,2 Prozent unter dem Umsatz des Vorjahresquartals.
Samsungs neueste Gewinnschätzung liegt deutlich unterhalb der Markterwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 7,85 Billionen Won und einem Umsatz von 52,2 Billionen Won gerechnet.

Das Unternehmen beobachtet nach eigenen Angaben eine Abschwächung des gesamten Wachstums am Smartphone-Markt sowie einen erhöhten Wettbewerb im chinesischen Markt und einigen europäischen Märkten. Das hätte zu höheren Lagerbeständen an Smartphones im unteren und mittleren Preissegment geführt. Normalerweise liefert Samsung keine Erklärung für seine Ergebnisschätzungen.

Der Konzern, der auch Speicherchips, Fernseher und Haushaltsgeräte herstellt, machte keine Angaben zum Nettogewinn. Die endgültigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal werden erst gegen Ende Juli veröffentlicht.

Verlust von Marktanteilen

Der südkoreanische Broker I'M Investment & Securities senkte diese Woche seine Bewertung von Samsung-Aktien auf "Hold" und verwies darauf, dass das Unternehmen wohl weiter Marktanteile an chinesische Smartphonehersteller verlieren wird. Zudem dürfte der Verkauf des neuesten Samsung-Smartphones Galaxy S5 im laufenden Quartal rasch verebben. Der Broker schätzt, dass Samsung im dritten Quartal möglicherweise nur noch 6 Millionen der neuesten Galaxy-Smartphones verkaufen wird. Im zweiten Quartal hatte Samsung noch schätzungsweise 17 Millionen Stück verkauft, aber auch das ist schon ein schlechteres Verkaufsergebnis, als es der Konzern mit dem Vorgängermodell erzielte.

Analysten schätzen, dass Samsung in den drei Monaten bis Ende Juni zwischen 77 Millionen und 79,5 Millionen Smartphones ausgeliefert hat. Zum Jahresanfang hatten viele Branchenkenner noch damit gerechnet, dass Samsung 90 Millionen der Galaxy S5 verkaufen würde.

Das Unternehmen setzt nun auf eine Reihe neuer tragbarer Geräte, die den Umsatz im laufenden Quartal stützen sollen. Dazu gehört eine neue Hightech-Uhr, die auf dem konzerneigenen Betriebssystem Tizen läuft. Samsung hat zudem Anfang Juni eine neue Tablet-Serie auf den Markt gebracht, die den iPads von Apple auf dem umkämpften US-Markt Konkurrenz machen sollen.

Quelle: n-tv.de

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